URBARIUM / HERBARIUM

eine wachsende Heilpflanzenübersicht für urbane Kräutersammler

Man muss nicht unbedingt auf dem Land wohnen, um an gute Heilkräuter zu kommen. Im Stadtgebiet kannst du viele diverse, wenn manchmal auch künstlich angelegte Stellen, Nischen und Plätze finden, an denen du deine eigene Kräuterapotheke zusammensammeln kannst.

Dass es Gegenden ohne Industrie, künstliche Düngung oder Autoverkehr sein sollen, versteht sich von selbst. Spielplätze, Friedhöfe, Biotope, Parks, Flussufer, Waldränder, Brachen und verlassene Baustellen sind solche Orte.

Die folgenden Pflanzen solltest du je nach Lage in und um deinen Wohnort herum finden. Viele weitere medizinisch interessante Kräuter findet man in höheren Lagen oder an Mooren. Diese werden hier nicht aufgeführt. Manche Pflanzen hören sich mitunter exotisch an. Frage bei deiner Gärtnerei an, ob sie das Kraut verkaufen und setze es in deinen Fensterkasten oder in einen Kübel auf den Balkon!
Wie auch immer du die “Drogen” (latein für getrocknete Pflanzenteile) verwendest: Denke bitte daran, dass die Liste hier nur Empfehlungen sind und keinen Arztbesuch ersetzen können oder möchten (s. Disclaimer unten)*.

Die Pflanzenprofile beruhen auf pharmazeutischen Enzyklopädien (Ph. Eur., DAC, Wichtl) und folgen den Empfehlungen der Europäischen Kommission. Da sich nicht immer alle Wirkungen im Labor nachweisen lassen, beschreibe ich die volkstümliche, aber dennoch legitime Wirkung und Verwendung unter dem Begriff “Traditionelle Verwendung”.

Last but not least: Phytotherapie will den Heilungsprozess unterstützen, aber nie die einzige Behandlungsart sein. Bitte immer zuerst einen Arzt aufsuchen. Gott sei Dank wird die Pflanzenheilkunde in Europa von Medizinern hoch geschätzt und häufig verschrieben.

Die Sammlung hier ist locker zu finden, öffnet man etwa die Augen. Mit der Zeit erweitere ich die Liste. Bei Fragen kontaktiert mich gerne via @stadtfarm auf Instagram.

T = Teil
TL = Teelöffel
EL = Esslöffel

 
A      B       C       D       E       F       G       H       I       J       K       L       M       N       O       P       Q       R       S       T       U       V       W       XYZ      
 

ACKERSCHACHTELHALM

(lat. Herba Equiseti)

Beschreibung: Eine kleine bis 40cm hohe Sprossenpflanze. Den Ackerschachtelhalm findet man an trockenen, lehmigen und sonnigen Stellen, u.A. z.B. an Bahngleisen.
Sammeln und Trocknen:  Man erntet nur die Seitenzweige. Sporenbildende Mittelstängel lässt man stehen. Das Kraut wird sonnengeschützt und locker gebündelt getrocknet.
Inhaltsstoffe: Salze, Flavonoide und bis 7% Kieselsäure.
Wirkung und Verwendung: Harntreibend kommt er in Blasentees zum Einsatz. Außerdem wird er in der Phytotherapie gegen Ödeme getrunken. Ein Heilbad mit dem Kräutersud verbessert die Wundheilung.
Dosierung: Für eine Tasse Tee werden 2 Teelöffel der geschnitteten Droge mit siedendem Wasser übergossen und 15 Minuten ziehen gelassen. 2-3 Mal täglich zu den Mahlzeiten eine Tasse trinken. Zusätzlich so viel wie möglich trinken.
ACHTUNG: Nicht zu verwechseln mit dem größeren, nikotinhaltigen Sumpfschachtelhalm, den man häufig an Ufern findet. Dieser enthält schädliche Alkaloide und ist giftig für Tiere. Kann man sich im Tee sparen.

 
anisfrüchte tee selber mischen

ANISFRÜCHTE

(lat. Fructus Anisi)

Beschreibung: Eine kleine, 30-50cm hohe Dolde mit Spaltfrüchten.

Sammeln und Trocknen: gesammelt werden die reifen, frischen Samen der Pflanze. Die Reife kann man an kleinen braunen Rippchen erkennen.
Inhaltsstoffe: Anis enthält bis zu 2-6% ätherisches Öl, sowie Eiweiße, Fette und Flavonoide. 
Wirkung und Verwendung: Anis wirkt durch das ätherische Öl Anaethol krampflösend, hustenschleimlösend und auch antibakteriell. Es wird vor allem als Tee bei Verdauungsbeschwerden und Erkältungskrankheiten angewendet. Traditionell durch die krampflösende Wirkung auch bei Regelbeschwerden und zur Förderung der Milchbildung. 
Dosierung: Für einen Tee 1 ½ Teelöffel der angestoßenen Früchte mit siedendem Wasser übergießen und 15 Minuten ziehen lassen. 2-3 Mal täglich nach den Mahlzeiten eine Tasse trinken. Anis eignet sich als Geschmacksgeber in Teemischungen. Hier findest du ein paar Rezepturen.

 

Baldrianwurzel Baldrian ernten

BALDRIANWURZEL

(lat. Radix Valerianae)
Beschreibung: Eine schöne, starkduftende, kleine, bis zu 1,4 m groß werdende Scheindolde, oft wild an Flussufern. 
Sammeln und Trocknen: Geerntet wird ein Teil der 0.5cm dicken Wurzeln. Die Wurzeln haben einen sehr starken, muffigen Geruch und süßlich-bitteren Geschmack. Mindestens 4 Wochen lang an einem schattigen Platz trocknen, bis die Wurzel sehr stark riecht. Zur Weiterverwendung wird die Wurzel klein geschnitten. Die wirksamen Stoffe lassen sich besonders gut in Alkohol ausziehen. Deshalb sind Teemischungen heute etwas weniger üblich. Eine Tinktur wird mit 1:5 Teilen Alkohol hergestellt: 1 T geschnittene Droge mit 5 T hochprozentigem Alkohol (40-60%) übergießen, luftdicht und vor Licht geschützt lagern, täglich schütteln. Nach 4 Wochen filtrieren.
Inhaltsstoffe: Baldrian enthält um die 0,7% ätherisches Öl und Valeranon u. A. Valepotriate.
Wirkung und Verwendung: Baldrian wirkt durch das ätherische Öl sowie vor allem die Valepotriate einschlaffördernd, und muskelentspannend. Außerdem können die Inhaltsstoffe, das Durchschlafen fördern und helfen bei innerer Unruhe.
Dosierung: Für einen Tee ½ bis 1 Teelöffel der geschnittenen Wurzel mit 150ml siedendem Wasser übergießen und 15 Minuten ziehen lassen. 2-3 Mal täglich bei allgemeiner Unruhe trinken. Zum Einschlafen ca. 1 Stunde vor dem Zubettgehen eine Tasse trinken. Für ein beruhigendes Vollbad kommen 100g getrocknete Wurzel auf ein Vollbad (15-20 Minuten). Von der oben beschriebene Baldriantinktur können 30 min vor dem Zubettgehen 20 Tropfen eingenommen werden.
ACHTUNG: Alkoholische Lösung. Nicht geeignet für Schwangere, Kinder und Alkoholkranke.

 
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BEINWELLWURZEL

(lat.) Radix symphiti
Beschreibung: Kräftige, große, borstige Blätter mit kleinen, glockenartigen lila Blüten zieren im Frühsommer die Feldränder, feuchte Wiesen oder Gräben.
Sammeln und Trocknen: Nach der Blüte im Spätsommer bis in den Herbst hinein gräbt man die Pflanze mit Wurzel aus, schneidet diese in kleinere Stücke und lässt die an einem warmen, schattigen Ort ausgebreitet trocknen. Frisch kann die Wurzel als Tinktur für äußere Umschläge direkt in 40% Alkohol angesetzt werden.
Inhaltsstoffe: Beinwellwurzel enthält Allantoin, viele Schleimstoffe, Gerbstoffe und giftige Alkaloide, weshalb die Pflanze nicht innerlich verwendet werden sollte.
Wirkung und Verwendung: Die Inhaltsstoffe der Beinwellwurzeln sorgen für eine verbesserte Wundheilung, wirken abschwellend bei Knochenverletzungen und Prellungen. Nicht umsonst heißt die Pflanze “Bein Well”.  Studien haben Beinwell zum natürlichen Helden bei stumpfen knochenverletzungen und  Prellungen belegt. Im Vergleich waren Salben mit Diclofenac. Beiwellpräparate waren in Vergleichstudien ebenso wirksam wie der pharmazeutische Klassiker.
ACHTUNG: Nicht einnehmen. NUR ÄUßERLICH VERWENDEN. Aufgrund der schädlichen Alkaloide sollten Schwangere, Stillende und Kinder auch nicht äußerlich mit Beinwellprodukten in Berührung kommen.
Dosierung: Tinktur aus frischen Wurzeln: Wurzeln kleinschneiden und in ein luftdichtes Gefäß geben. Alkohol 40% (Vodka oder Korn) aufschütten, bis alles bedeckt ist. 4-6 Wochen an einem kühlen und dunklen Ort ziehen lassen, täglich schütteln. Abseihen, abfüllen, fertig. Für einen Umschlag nimmst du ein feuchtes Baumwoll- /Handtuch und tränkst es mit der Tinktur. Für zehn Minuten kommt der Umschlag auf die betroffene Körperstelle (Arme / Beine). Aus der getockneten Substanz kannst du entweder ein Pulver machen, welches sich bei Bedarf 1: 10 mit warmen Wasser zu einer Paste verrührren lässt. Oder du machst dir einen warmen Sud aus getrockneten Beinwellwurzeln: die Wurzelstückchen 1:10 mit siedendem Wasser übergießen und ca. 15 Minuten ziehen lassen. Der entstandene Sud kommt per Handtuch auf die betroffenen Stellen.

 
pflanzenwissen birkenblätter

Birkenblätter

(lat. Folia Betulae)

Beschreibung: Wunderschöner Baum mit weißer Rinde, zarten Zweigen mit kleinen, festen, rautenförmigen Blättern. Geschmack aromatisch-bitter.
Sammeln und Trocknen: Geerntet werden die jungen Blätter der Birke. Auch für Salate oder Smoothies eignen sich die jungen Triebe, da sie noch nicht allzu bitter schmecken.

Inhaltsstoffe: Birkenblätter enthalten vor allem Flavonoide und ätherische Öle und auch Vitamin C.
Wirkung und Verwendung: Die Inhaltsstoffe der Birke sorgen für eine gesteigerte Durchblutung der Nieren. Das äußert sich durch eine aquaretische, also wassertreibende Wirkung. Daher eignen sich Tees mit Birkenblättern sehr gut zur Durchspülung bei Harnwegsinfektionen und bei Rheuma. Auch Nierengrieß kann ausgespült werden. Traditionell verwendet man Birkenblätter in Entschlackungs- und Blutreinigungskuren.
ACHTUNG: Bei Herz- oder Nierenproblemen sollte man keinen Birkentee trinken bzw. dem Rat des Arztes folgen. Bei Allergikern kann es zu Reaktionen kommen.
Dosierung: Für einen Tee ½ bis 1 Teelöffel der geschnittenen, getrockneten Blätter mit 150ml siedendem Wasser übergießen und 15 Minuten ziehen lassen. Mehrmals täglich eine Tasse trinken und während der “Therapie” zusätzlich vermehrt Wasser trinken.

 
brennessel

BRENNESSELBLÄTTER

(lat. Folia urticae)

Beschreibung: Kennt jeder, oder? Man benutzt das getrocknete, oberirdische Kraut.
Sammeln und Trocknen: Gesammelt werden die frischen, saftig-grünen Blattspitzen. Überlicherweise das oberste Drittel des Krauts.
Inhaltsstoffe: Brennessel enthält bis zu 20% Mineralstoffe (Kieselsäure, Kalium, Nitrat), daneben Flavonoide und sogar Serotonin.
Verwendung: Tees mit Brennesselblättern eignen sich sehr gut zur Durchspülung bei Harnwegsinfektionen und bei Rheuma. Auch Nierengrieß kann ausgespült werden.
Dosierung Tee: Für einen Tee 1 EL Kraut mit 150ml siedendem Wasser übergießen und nach 10 Minuten abseihen. Mehrmals täglich eine Tasse trinken und wie bei allen Durchspülungstees während der “Therapie” zusätzlich vermehrt Wasser trinken.

 
Brombeerblättertee

BROMBEERBLÄTTER

(lat. Folia Rubi fruticosi)

Beschreibung: Brombeeren - süß und lecker, der Inbegriff des Sommers! Brombeerhecken? Der reinste Albtraum für jeden Gärtner, doch das reine Glück des urbanen Kräutersammler: die jungen Blätter finden in Tees Verwendung als Wirkstoff-, aber auch als Füllstoffdroge.
Sammeln und Trocknen: Frische Triebe dieser Heckenpflanze bilden das ganze Jahr neue Blätter aus, in manchen Gegenden sogar im Winter! Vorzugsweise die jüngeren Blätter ernten und locker gebündelt an einem warmen Ort trocknen.
Achtung: liegen während des Trocknens zuviele Blätter übereinander kommt es hier leicht zur Schimmelbildung.
Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Flavonoide
Verwendung: Brombeerblättertee wird bei Durchfallerkrankungen empfohlen, denn Gerbstoffe verdichten die Schleimhaut. Es wird weniger Wasser ausgeschieden. Bei Entzündungen der Mundschleimhaut, kann mit einem abgekühlten Sud gegurgelt werden. Daneben sind Brombeerblätter eine ausgezeichnete Basisdroge für viele Teemischungen: Der Geschmack ist angenehm und unaufdränglich.
Dosierung Tee: Für einen Tee 1 EL Kraut mit 150ml siedendem Wasser übergießen und nach 10 Minuten abseihen. Mehrmals täglich eine Tasse trinken.

eibisch phytotherapie

EIBISCHSTRAUCH

(Folia / Flores Hibiscus syriacus)

Beschreibung: Ab Juni bis in den Oktober hinein blüht der wunderbare Straucheibisch an jedem Vorgarten und in vielen Parks. Perfekt für den #urbangardener , der räumlich begrenzt nicht jeden Strauch auf die Fensterbank oder auf den Balkon pflanzen kann. Der Straucheibisch gehört zu der Riesengemeinschaft der Malvengewächse und ist vor allem an seinen stark gefärbten, prächtigen, trichterförmigen Blüten zu erkennen.
Sammeln und Trocknen: Sammeln und trocknen kann man von diesem Strauch fast alles. Junge Äste zum Strauch binden und kopfüber aufhängen. Getrocknete Blätter kommen zerkleinert in den Tee. Oder man teilt die hübschen Blütenblätter und trocknet diese einzeln. Sie dienen gleichzeitig als Schmuckdroge (LINK) in deiner Teemischung. Achtung, die trocknen nie zu 100% aus, da sie Wasser aus der Luft anziehen.
Inhaltsstoffe: Blüten, Blätter und vor allem auch die Wurzel enthalten bis zu 20% Schleimstoffe sowie Flavonoide und Gerbstoffe.
Wirkung und Verwendung: Durch den hohen Gehalt an Schleimstoffen, verwendet man die getrockneten Blätter, Wurzeln oder auch Blüten bei gereiztem, entzündetem Hals als Tee oder Gurgellösung. Auch der Magen-Darm-Bereich profitiert von dem beruhigenden Schleimstoffen des Straucheibischs. Dasselbe gilt übrigens auch für alle anderen Malvenarten und den wilden Eibisch, dieser steht allerdings unter Naturschutz. 
Dosierung: Für einen Tee 2 TL der getrockneten Pflanzenteile für mindestens 1h in einer Tasse mit kaltem Wasser ansetzen. Anschließend kurz aufkochen. 2-3 Mal täglich eine lauwarme Tasse trinken oder mit dem abgekühlte, abgeseihten Sud gurgeln.

 
eichenrinde phytotherapie

EICHENRINDE

(lat.) Cortex quercus

Beschreibung: Die gute Deutsche Eiche, auch Stieleiche genannt, kennt und erkennt wohl jedes Kind. Spätestens im Herbst werden wieder die kleinen Eicheln gesammelt und zu lustigen Tieren oder Dekoration verbastelt. Der hohe Gehalt an Gerbstoffen macht die Rinde der Eiche für alle Naturheilkundler hochinteressant. Die Rinde besitzt keinen charakteristischen Geruch, ihr Geschmack ist allerdings extrem zusammenziehend und leicht bitter.
Sammeln und Trocknen: Die Gerbstoffe befinden sich nur in den jungen Zweigen. Sobald sich die Borke ausbildet, verändern sich die Gerbstoffe in eine andere Form, die nicht mehr gerbend wirkt.
Inhaltsstoffe: Gerbstoffe (bis zu 16%), Phytosterine, Terpene
Wirkung und Verwendung: Zusammenziehend und virustatisch. Heute wird getrocknete Eichenrinde innerlich bei leichten Durchfällen als Tee gegeben. Bei leichten Entzündungen im Mund oder Rachen wird gegurgelt. Zur Wundheilung im Genitalbereich haben sich Sitzbäder bewährt.
Dosierung: Bei Durchfall: Ein Tee wird erst einmal kalt angesetzt und später aufgekocht, nach 5 min abgeseiht und warm getrunken. Dazu 1 Teelöffel getrocknete, zerkleinerte Eichenrinde auf eine Tasse Wasser. Maximal 3 Tassen pro Tag trinken. Jeweils 30 Minuten vor den Mahlzeiten.
ACHTUNG! Sollte der Durchfall länger als 3 Tage andauern, ist unbedingt der Hausarzt aufzusuchen! Medikamente sollten nicht gleichzeitig mit Eichenrindentee eingenommen werden. Sonst kann die Wirkstoffaufnahme der Tabletten (o.Ä.) geblockt werden.

Weitere Dosierungen:
Umschläge und Spülungen: 20g Eichenrinde in 1 Liter Wasser aufkochen, filtrieren, mehrmals täglich auf betroffene Haut tupfen.
Sitzbäder: 50g Eichenrinde in einem halben Liter Wasser ansetzen. Nach 20 Minuten aufkochen und 15 Minuten ziehen lassen filtrieren und in eine kleine Sitzbadewanne geben. Mit lauwarmem Wasser auffüllen und darin bis zu 2 mal täglich maximal für 15 Minuten ein Sitzbad nehmen.
Vollbad: Wieder mit einem Kaltansatz beginnen. Hierfür 5g Eichenrinde in 1 Liter Wasser geben und nach 15 Minuten kurz aufkochen. Abseihen und in die Badewanne geben. Badedauer 20 Minuten.

ACHTUNG: Äußerliche Anwendungen sollten maximal 2-3 Wochen andauern. Die Hautschicht wird ansonsten zu sehr “gegerbt” und wer wil schon Lederhaut?

 
eisenkraut

EISENKRAUT

(lat. Herba Verbenae)

Beschreibung: Ein fast schon derber Kosmopolit, der sich unverwüstlich an Straßenrändern und Bau- und Schottergebieten als Erstes ansiedelt. Das Kraut hat einen kahlen, oft verholzten Stengel, spitze Blätter und hübsche klitzekleine lila Blüten. Die Pflanze duftet kaum. Ihr Geschmack ist bitter und zusammenziehend.
Sammeln und Trocknen: Zur Blüte sammelt man die oberen Krautteile: Blüten und Blättchen. Holzige Stengel bleiben stehen.
Inhaltsstoffe: Iridoide, Flavonoide, Schleimstoffe, Tannine.
Wirkung und Verwendung: Die Inhaltsstoffe des Eisenkrauts wirken schleimlösend und entzündungshemmend. Sie stillen den Hustenreiz, regulieren das Immunsystem und können Uteruskontraktionen auslösen. Der entzündungshemmende Effekt ließ sich in Studien übrigens mit chemischen Rheumamitteln vergleichen.
Traditionell verwendet man das Eisenkraut auf vielfältige Weise: Bei Hals- und Mundschleimhautentzündungen, Husten, Asthma und Keuchhusten. Zur Milchförderung bei Stillenden und in den Wechseljahren. Auch bei Verdauungsproblemen  sowie bei Nervosität und Anspannung. Neuere Studien belegen viele dieser überlieferten Anwendungen.

ACHTUNG: Nicht während der Schwangerschaft oder starken Menstruationsblutungen anwenden.
Dosierung: 1 gehäufter Teelöffel, des getrockneten, klein geschnittenen Krauts pro Tasse. 5-10 Minuten ziehen lassen und 3 mal täglich trinken. Das Kraut lässt sich auch gut in einer Alkoholischen Tinktur mazerieren, also ausziehen.

 
erdbeerblätter

ERDBEERBLÄTTER

(lat. Folia fragariae)


Beschreibung: Erdbeeren kennt jeder. In der Pflanzenheilkunde kommen die Blätter zum Einsatz.
Inhaltsstoffe: Die Hauptinhaltstoffe der Erdbeerblätter sind Gerbstoffe. Sie verursachen beim Verzehr ein leicht pelziges, zusammenziehendes Gefühl auf der Zunge. Außerdem Flavonoide und Säuren.
Wirkung und Verwendung:
Erdbeerblätter werden traditionell bei Durchfallerkrankungen angewendet. Aufgrund ihrer zusammenziehenden Eigenschaften, finden sie auch in Erkältungstees Verwendung.
Dosierung: Mehrmals täglich eine Tasse Tee trinken. Dazu 1 TL mit kochendem Wasser aufgießen und 15 Minuten ziehen lassen.
ACHTUNG: Erdbeer-Allergiker sollten aufpassen!

Kräuterwissen Fenchel Wildkräuter Heilpflanzen sammeln

FENCHELFRÜCHTE


(lat. Fructus Foeniculi)


Beschreibung: Nach der Blüte der Dolden, trägt der Gartenfenchel kleine, süßlich schmeckende, gerippte Früchte.
Sammeln und Trocknen: gesammelt werden die reifen, frischen Samen der Pflanze. Die Reife kann man an der Braunfärbung der kleinen braunen Rippchen erkennen.
Inhaltsstoffe: Gartenfenchel enthält bis zu 8% ätherisches Öl, sowie Eiweiße, und bis zu 20% Fette und Estragol.
Wirkung und Verwendung: Wie bei Anis wirkt Fenchel durch die ätherischen Öle krampflösend, blähungstreibend und schleimlösend. Es wird vor allem als Tee bei Verdauungsbeschwerden und Erkältungskrankheiten angewendet. ACHTUNG: Estragol wurde im Tierversuch als krebserregend eingestuft. Daher sollte man Anis- sowie Fencheltees nie über einen längeren Zeitraum zu sich nehmen. Vor allem in Kindertees und in der Schwangerschaft sieht man mittlerweile von Fenchel ab.
Dosierung: Für einen Tee 1 ½ Teelöffel der frisch angestoßenen Früchte mit kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten ziehen lassen. 2-3 Mal täglich nach den Mahlzeiten eine Tasse trinken.

 
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FRAUENMANTEL

(lat. Herba Alchemillae)

Beschreibung: Niedrige hellgrüne Staude mit den schönen mantelförmigen Blättern, der die Pflanze ihren Namen verdankt.
Sammeln und Trocknen: Zur Blütezeit kann die gesamte oberirdische Pflanze geerntet und zum Trocknen in kleine Sträuße gebunden werden. Alternativ kann das Kraut klein geschnitten und auf einem Tuch ausgebreitet getrocknet werden. Anschließend in einem dunklen, luftdichten Gefäß lagern.
Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Flavonoide, u.a.
Wirkung und Verwendung: Bei Durchfallerkrankungen als Tee. Die Signaturenlehre, die die Plausibilität einer Wirkung dem äußeren der Pflanze zuschreibt, erkennt in der Form der Blätter einen Mantel, wie ihn früher Frauen trugen. Traditionell ist Frauenmantel daher Bestandteil in Teemischungen oder Tinkturen gegen Frauenleiden.
Dosierung: Aus Frauenmantelkraut kann man gut ein “Infused Water” herstellen. Am besten mit anderen Frauenkräutern wie Schafgarbe und Brombeerblättern. Einen Teeaufguss stellt man mit 1 Teelöffel geschnittenem Kraut her. 150ml kochendes Wasser aufgießen und 10 min ziehen lassen.

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GÄNSEBLÜMCHEN

(lat. Herba Bellidis)

Beschreibung: Parks, Spielplätze, Wiesen, Weiden, Friedhöfe. Überall wo Gras wächst, siedelt sich auch ganz bald das bei Kindern beliebte Gänseblümchen an. Doch es kann mehr als nur Blumenkranz und Kindersträußchen! In der Volkskunde ist es ein beliebtes Heilkraut.
Sammeln und Trocknen: Ganzjährig kann man das ganze blühende Pflänzchen (samt Blättern und Blüte) ernten und an einem warmen Ort locker gebündelt trocken. Anschließend kleinhobeln.
Inhaltsstoffe: Saponine, Flavonoide, Schleimstoffe, etwas ätherisches Öl.
Wirkung und Verwendung: Traditionell nutzt man Gänseblümchentee als schleimlösendes Mittel bei Erkältungen. Auch für Umschläge bei Hautleiden wie Ekzeme und Milchschorf bei Kindern findet Gänseblümchen Aufguss Verwendung. Die Gerb- und Bitterstoffe regen die Verdauung an.
Dosierung: 2 TL auf 250 ml kochendes Wasser, 5 – 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.

 
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GÄNSEFINGERKRAUT

(lat. Herba Potentilla anserinae)
Beschreibung: Noch so eine allgegenwärtige, unscheinbare Wildpflanze, deren Wirkung erst wieder seit Kurzem geschätzt wird. Gänsefingerkraut gehört zu den Rosenblattgewächsen. Ab Mai bildet es kleine gelbe Blüten aus. Die kriechende Pflanze wächst auf Wiesen und an Wegrändern. Die Oberseite der Blätter ist satt Grün, die Unterseite fein silbrig glänzend.

Sammeln und trocken: kurz vor und während der Blüte sammelt man das ganze, oberirdische Kraut. 

Inhaltsstoffe: bis 10% Gerbstoffe, Flavonoide, Vitamin C

Wirkung und Verwendung: Aufgrund des hohen Gerbstoffgehalts nutzt man Gänsefingerkraut äußerlich zur Wundheilung und innerlich bei Durchfallerkrankungen, Regelschmerzen sowie bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum.

Dosierung: wer unter leichtem Durchfall leidet, kann 2-3 Tassen Tee trinken: 2 TL getrocknetes, fein geschnittenes Kraut auf eine kleine Tasse kochendes Wasser. Bei Halsschmerzen diesen Tee zum Gurgeln verwenden.

Achtung: nicht bei Reizmagen trinken. Dauert der Durchfall länger als drei Tage, sofort einen Arzt aufsuchen. Durchfall bei Babys und Kleinkindern nicht selbst behandeln sondern immer erst zum Kinderarzt!

 

GOLDRUTE

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(lat. Herba Solidaginis)

Beschreibung: Wenn der Hochsommer alles mehr oder weniger ausgedörrt hat, ist es Zeit für den Wildkräutersammler auf die Suche nach Gold zu gehen. Die ausdauernde Pflanze strahlt je nach Art (Riese eingeschleppt aus Nordamerika oder die hiesige “echte”, aber leider oft verdrängte Goldrute) in 10cm – 1m hohen Büscheln mit hängenden, leuchtend gelben Blütentrauben. Die Blätter sind spitz. Die Pflanze duftet leicht aromatisch und schmeckt zusammenziehend und etwas bitter.
Sammeln und Trocknen: Geerntet wird der obere blühende Teil, mitsamt Blättern.
Inhaltsstoffe: Flavonoide, Pflanzensäuren, Saponine, Glycoside, ätherisches Öl.
Wirkung und Verwendung: Die Goldrute gehört zu den Pflanzen, die in vielen Tests ihre medizinische Wirkung unbestritten lassen: harntreibend, krampflösend und entzündungshemmend. Man genießt einen Tee, beliebt ist auch eine Tinkturenmischung aus diversen anderen, durchspülenden Kräutern (Brennessel, Birke, etc.)
ACHTUNG: Bei Herz- oder Nierenproblemen dürfen keine sogenannten “Entschlackungskuren” durchgeführt werden.
Dosierung: Man stellt einen Teeaufguss mit 1-2 TL geschnittener Droge her. Mit sprudelnd kochendem Wasser übergießen und nach 10 Minuten abseihen. Falls nichts anderes verordnet wurde, trinkt man 2-4mal täglich eine Tasse zwischen den Mahlzeiten und achtet in der gesamten Behandlungszeit auf eine stark erhöhte Flüssigkeitszufuhr.

 
gundermann+erkennen+gundelrebe+wirkung++wildkraut+erkennen

GUNDELREBENKRAUT

(lat. Herba Glechomae)

Beschreibung: Gundelrebe, mancherorts auch Gundermann genannt, ist ein kriechendes, erdbedeckendes Kraut, dass sich im Frühling rasant auf nahrhaftem und feuchtem Boden verbreitet. Es ist die “Einstiegsdroge” für Wildkrautsammler. Die einen lieben den eigentümlichen Geschmack und Geruch, andere verabscheuen ihn. Schwach zusammenziehend und bitter.
Sammeln und Trocknen: Gesammelt wird die ganze, oberirdische Pflanze und im kühlen und vor Licht geschützt getrocknet.
Inhaltsstoffe: Terpene, Flavonoide, Zucker, Fette, Aminosäuren, ätherisches Öl, Bitterstoffe, Saponine und Alkaloide
Wirkung und Verwendung: In der Volksheilkunde nutzt man die Gundelrebe gegen Entzündungen, Rheuma, Arthritis und als Schleimlöser. In der traditionellen chinesischen Medizin nutzt man Gundelrebe bei Menstruationsbeschwerden. In Labortests an Mäusen wurde zudem eine tumor- und geschwürhemmende Wirkung belegt.
Dosierung: Aus Gundelrebe kann man Tees, Spülungen oder Tinkturen herstellen. Innerlich trinkt man mehrmals täglich einen Aufguss aus 1-2 TL getrocknetem Kraut. Zur Einnahme kann auch folgender Fluidextrakt - das ist eine stärker konzentrierte Tinktur - hergestellt werden: dazu nimmt man 1 Teil getrocknetes Kraut und zieht es 10-15 Tage in 1 Teil Alkohol aus. Einnahme: 3 x täglich 20 - 40 Tropfen. Den obigen Teeaufguss kann man ebenfalls zum Waschen schlecht heilender Wunden verwenden. Bei Wanderungen im Wald nimmt man direkt das frische Kraut, zerreibt es mit den Händen und legt es auf die Wunde auf.

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HAGEBUTTEN

(lat. Fructus Cynosbati)

Beschreibung: Die schöne, wilde Hundsrose bildet im Herbst leuchtend rote / orangerote Früchte aus.
Sammeln und Trocknen: Zu finden ist die Hundsrose an vielen Hecken, Spielplätzen, in Parks oder auch in der Nähe von Bahngleisen. Entweder du verarbeitest sie frisch weiter, oder halbierst die Früchte und legst sie zwei Wochen an einen warmen Ort zum Trocknen. Anschließend entfernst du die haarigen Kerne.
Inhaltsstoffe: In den frischen Früchten finden wir viele Vitamine, Öle, Fruchtsäuren und Pektin.
Wirkung und Verwendung: Der hohe Gehalt an Vitamin C und ihr leicht säuerlicher Geschmack macht die Hagebutte zum Liebling in vielen Tees. Hagebutte wirkt leicht harntreibend. Darum geben wir sie gerne in Mischungen zur Durchspülung.
Dosierung: Geschnittene und getrocknete Früchte mit kochendem Wasser übergießen, 5-8 Minuten ziehen lassen und als Haustee genießen. Abgekühlt ist der Hagebuttentee auch ein leckerer Eistee. Zur Nahrungsergänzung kannst du die trocknen Schalen pulverisieren und täglich einen Teelöffel Pulver ins Müsli o.ä. geben.

 
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HAMAMELIS (Blätter & Rinde)

(lat. Folia Hamamelidis & Cortex Hamamelidis)

Beschreibung: Ein frühblühender kleiner Baum mit braun-rötlicher Stammesrinde und verkehrt ei-förmig, gezackten und am Ansatz behaarten Blättern, Der Baum steht schon ab März in kurzer, auffälliger Blüte: Rote oder gelbe fadenartige Blütenblätter.
Sammeln und Trocknen: Man sammelt im Frühsommer die Blätter und trocknet sie am besten ausgebreitet oder in Büschel gebunden an einer warmen Stelle. Die Rinde kann mit einem sauberen, desinfizierten Messer an wenigen Stellen 4mm dick abgeschabt werden. Oder man stutzt den Busch und lässt die Zweige erst einmal trocknen und trennt die Rinde ab.
Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Flavonoide und ätherisches Öl. Der Stoffgehalt ist in der Rinde deutlich höher als in den Blättern.
Wirkung und Verwendung: Zusammenziehend, entzündungshemmend, lokal hämostyptisch und antioxidativ. Man verwendet Hamamelisauszüge bei leichten Verletzungen oder Entzündungen der Haut. Bewährt haben sich vor allem Sitzbäder bei Hämorrhoiden oder Umschläge bei Krampfadern.
Dosierung: Für Spülungen oder Umschläge tränkt man ein Tuch in einer Abkochung (Dekoktum). Dazu werden 10 g getrocknete Blätter oder Rinde 30 Minuten in ca. 250ml kaltes Wasser eingelegt und anschließend für 20 Minuten aufgekocht. Eine Teezubereitung enthält 1 Teelöffel Hamamelisblätter auf eine Tasse (ca. 150ml). Extrakte können auch in Gesichtswassern oder Deocremes verarbeitet werden.

 
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HIMBEERBLÄTTER

(lat. Folia Rubi idaei)

Beschreibung: Wer im Garten Himbeeren hat kann sich freuen. Nicht nur während des Sommers kann geerntet werden - auch die Blätter sind ein Schatz für Teefreunde! Im Sommer bilden sich schnell 5-7zählige Blätter aus, die - im Gegensatz zu den fiesen Brombeerblättern - keine Dornen sondern einen leichten, samtigen Flaum tragen. So klappt die Ernte auch ohne Handschuhe!
Sammeln und Trocknen: Von Frühling bis in den Frühsommer hinein, sammelt man immer wieder frische Blätter. Da die Blätter recht groß sind, hobeln wir sie grob und trocknen sie auf einem Baumwolltuch für ein paar Tage an einem warmen, geschützten Ort.
Inhaltsstoffe: Gerbstoffe und Flavonoide.
Wirkung und Verwendung: Wie bei der Brombeere sorgen die Gerbstoffe für eine zusammenziehende Wirkung. Daher eignen sich Himbeerblätter für Gurgelspülungen bei gereizter Mundschleimhaut oder in Tees bei Durchfallerkrankungen. Traditionell wird auch über eine entspannende Wirkung im Verdauungstrakt und der Gebärmutter berichtet. Wir mischen Himbeerblätter in Frauentees oder als Fülldroge in Rezepturen der Ayurveda, da hier viele kleine Gewürze verwendet werden, die sich nicht gut dosieren lassen.
Dosierung: Zur Teebereitung 1,5 g Himbeerblätter mit heißem, kochenden Wasser übergießen und nach 5 Minuten durch ein Sieb geben.

 
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HIRTENTÄSCHELKRAUT

(lat. Herba bursae pastoris)

Beschreibung: Habt ihr als Kinder auch kleine, grüne Herzchen im Feld gefunden? Das sind die Früchte des Hirtentäschelkrauts, ein allgegenwärtiges “Unkraut”. Entlang des Stengels bilden sich nach der Blüte diese kleinen Täschchen aus, welche für die Namensgebung verantwortlich sind.
Sammeln und Trocknen: Die gesamte, oberirdische Pflanze wird im Hochsommer gesammelt und getrocknet.
Inhaltsstoffe: Flavonoide, Vitamin C, Fruchtsäuren
Wirkung und Verwendung: Zur Steigerung des Blutdrucks und als weheneinleitendes Kraut. Traditionell bei übermäßigen Menstrutationsblutungen, bei Nasenbluten oder schlechtheilenden Wunden.
Dosierung: Blutungen sind immer erst einmal ein Fall für den Arzt. Soweit nicht anders verordnet dürfen täglich maximal 2-3 Esslöffel eingenommen werden: 1 Esslöffel getrocknetes Hirtentäschelkraut wird mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen und nach 15 Minuten abgeseiht. Zwischen den Mahlzeiten trinken. Abgekühlt eignet sich dieser Tee für Umschläge als blutstillendes Mittel, zum Beispiel als Tamponade bei Nasenbluten.

 
Holunderblüten

HOLUNDERBLÜTEN

(lat. Flores Sambuci)

Beschreibung: Cheers! Was wäre der geliebte Hugo ohne frische Minze oder selbstgemachten  Holunderblütensirup? Jedes Jahr wenn Parks, Ufer und Hecken einen süßlich-muffigen Duft verströmen, ist es wieder soweit: Der Holunderstrauch blüht. Wer Holunderblüten in die Hausapotheke aufnehmen möchte, sollte bedenken, dass sich die unzähligen zarten Blüten im Sommer in Holunderbeeren verwandeln. Sie sind eine wichtige Nahrungsquelle für regionale Vögel.
Sammeln und Trocknen: Holunder findet man oft an Flussufern oder Parkrändern. Gesammelt wird zur vollen Blüte, wenn sich alle Dolden geöffnet haben. Um das kostbare Aroma zu nutzen, sollte es kurz vor der Ernte nicht geregnet haben. Der aromatische Blütenstaub fehlt sonst. Die Dolden an schattiger Stelle ausgebreitet auf einem glatten Untergrund oder aber auf einer Siebfläche trocknen und anschließend die Blüten abklopfen.
Inhaltsstoffe: Flavonoide, Säuren, ätherisches Öl und Terpene.
Wirkung und Verwendung: Traditionell werden Holunderblüten als schweißtreibendes Mittel während Erkältungskrankheiten als Tee aufgebrüht. Daneben finden sich Holunderblüten häufig in Teemischungen, die den Hustenschleim lösen. Tatsächlich gibt es neuere Forschungen, die Holunderblüten eine entzündungshemmende Wirkung bestätigen.
Dosierung: 1 EL getrocknete Blüten auf eine Tasse siedendes Wasser. 3-5 Tassen täglich und möglichst heiß trinken.

 
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HOPFENZAPFEN

(lat. Flores Humuli lupuli)

Beschreibung: Blühenden Hopfen findest du im Spätsommer und Herbst an Mauern und Hängen, am Spielplatz, am Flussufer und am Stadtrand, also ÜBERALL. Pflücke nachhaltig - das heißt, pflücke immer nur einen Teil und lass genug stehen. Die zapfenartigen Scheinähren sind die Blüten des Hopfens. Sie riechen intensiv bis muffig und sind voller Harz.
Sammeln und Trocknen: Vorsichtig brechen, sonst wehen die einzelnen Blütenblätter davon. Sobald du kannst, gibst du den Hopfen in einen Baumwollbeutel oder in Mull. Laut Deutscher Arzeibuch Monografie sollte man den Hopfen nun so rasch wie möglich bei 30 bis 60 Grad Celsius trocknen. Der Hopfen verliert dadurch einen Teil der Bitterstoffe.
Inhaltsstoffe: Hopfenbitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide, ätherisches Öl, Phytoöstrogene
Wirkung und Verwendung: Beruhigend und schlaffördernd, krampflösend, antibakteriell und verdauungsfördernd. Schützend vor Arteriosklerose und Osteoporose. Man geht übrigens davon aus, dass die schlaffördernde Wirkung erst nach einer längeren Lagerungszeit der Droge entsteht. Also warte etwas, bevor du deine Ernte als Tee trinkst.
Dosierung: 1 bis 2 Teelöffel mit einer kleinen Tasse heißem Wasser übergossen und nach 10-15 min abseihen. Mehrmals täglich und besonders vor dem Zubettgehen jeweils 1 Tasse frisch bereiteten Aufguss trinken. Gerne wird Hopfen mit anderen beruhigenden Kräutern kombiniert. Baldrian und Melisse, aber auch Kamille und Pfefferminze, passen gut in eine beruhigende Teemischung.

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JOHANNISBEERBLÄTTER

(lat. Folia Ribis nigri)

Beschreibung: Schwarze Johannisbeere findet man in Gärten oder frei in feuchten Flachgebieten und kleineren Wäldern und Gebüschen. Die Blätter sind etwas Herzförmig, leicht gezackt und bei jungen Gewächsen oft behaart. Sie haben einen starken charakteristischen Geruch, der von Drüsen auf der Unterseite der Blätte schon bei einem leichten Streifzug freigegeben wird.
Sammeln und Trocknen: Kurz nach der Blüte werden die Blätter des Johannisbeerstrauchs gesammelt und im warmen Schatten getrocknet.
Inhaltsstoffe: Flavonoide, Vitamin C, ätherisches Öl, Pflanzensäuren
Wirkung und Verwendung: Johannisbeerblätter haben einen leicht harntreibenden Effekt. Traditionell wurden die Blätter auch gegen Rheuma und Gicht angewandt.
Dosierung: Für eine Teezubereitung werden 2-4g geschnittene Droge pro Tasse mit 150ml kochendem Wasser übergossen und nach 5-10 min abgeseiht. 4-6 Tassen pro Tag.

 
Johanniskraut sammeln Pflanzenprofil
 

JOHANNISKRAUT

(lat. Herba Hyperici)

Beschreibung: Ein bis ca. 1m hoch wachsendes, verzweigtes Kraut mit strahlend gelber Blüte ab Juni.
Sammeln und Trocknen: Man sammelt das Kraut während der frühen Blüte ab Juni und hängt es kopfüber in Büscheln gebunden an einen warmen, hellen Ort.
Inhaltsstoffe: Flavonoide, Hyperforin, uvm.
Wirkung und Verwendung: entzündungshemmend in öligen Blütenauszügen. Bei innerlicher Einnahme leicht antidepressiv. Um eine stimmungshellende Wirkung zu genießen, sollte Johanniskraut über einen Zeitraum von mindestens 4 Wochen eingenommen werden.

Dosierung: Um die volle Wirksamkeit des Johanniskrauts zu erhalten, sollte man auf standardisierte Tabletten aus der Apotheke zurückgreifen. Insbesondere, wenn es dabei um die Wirkung als leichtes Antidepressivum geht, kann dich der Arzt oder Phytotherapeut gut über Fertigarzneimitteln beraten. Solltest du dennoch einen Tee bevorzugen, gilt folgende Dosis: 1, 5 Teelöffel zerkleinertes, getrocknetes Kraut mit einer Tasse Wasser übergießen und nach 5 bis 10 Minuten abseihen. Morgens und abends eine Tasse davon trinken. Mindestens 4-6 Wochen.

Für die äußerliche Anwendung stellt man ein “Rotöl” her: 1:10. Die getrockneten Blüten in 10facher Menge Öl an einem sonnigen Ort ausziehen lassen. Täglich schütteln, nach 4 Wochen filtireren. 2x täglich werden Ölumschläge um die betroffenen Hautstellen gebunden.

ACHTUNG: Die Einnahme von Johanniskraut schwächt die Wirkung der Pille, da es den Hormonspiegel verändert. Ähnlich blockiert es die Wirkung von HIV-Medikamenten, Blutgerinnungshemmern und immunsuppressiven Mitteln.

kamille

KAMILLE

(lat. Flores chamomillae)

Beschreibung: Seit der Antike taucht dieser Allrounder in Kräuterbüchern auf: die aromatisch duftende Kamille. 15 - 40 cm hochwachsendes Kraut, dass ab dem Frühsommer auf sandigen, lehmigen Böden blüht. Ihre Blütenblätter zeigen meist nach unten. Kamillenblüten haben einen typischen Duft und einen leicht bitteren Geschmack.
ACHTUNG: Nicht zu verwechseln mit der Hundskamille, die etwa doppelt so hoch wächst, doppelt so große Blüten trägt, aber kaum aromatisch duftet. Im Gegensatz zur römischen Kamille (echte Kamille) stehen die Blütenblätter gerade.
Sammeln und Trocknen: Gesammelt wird idealerweise zu sonnigen Morgenstunden. An einem geschützen, kühlen Ort trocknen, um die flüchtigen Inhaltsstofe zu erhalten (ca. 20 Grad).
Idealerweise verarbeitet man azulenhaltige Kräuter wie z.B. auch die Schafgarbe, innerhalb von 2 Wochen weiter, sonst verflüchtigen sich die ätherischen Öle.
Inhaltsstoffe: Ätherische Öle (α-Bisabolol und Chamazulen), Flavonoide, Schleimstoffe und Cumarine
Wirkung und Verwendung: Jeder hat schon einmal Kamillentee getrunken. Der Tee wirkt bei Magen-Darm-Problemen durch Flavonoide krampflösend und beruhigend. Neben Teeaufgüssen kommen auch alkoholische Auszüge zur inneren Anwendung: so lassen sich die wertvollen aber wasserunlöslichen ätherischen Öle extrahieren. Sie wirken desinfizierend, antientzündlich und blähungstreibend, sie schützen vor Geschwüren und wirken antibakteriell. Äußerlich verwendet man Kamillenauszüge für Hautumschläge bei Entzündungen im HNO-Bereich. Hier sind die Darreichungsformen sehr vielseitig: Sitzbäder, Gurgelösungen und Salben.
Dosierung: Für eine Tasse Tee verwendet man 2-3 ganze Blüten oder einen Esslöffel zerkleinerte Droge. Natürlich kann die Kamille auch frisch aufgebrüht werden.
Für einen alkoholischen Auszug wird das Gefäß zu zwei Dritteln mit frischen Blüten gefüllt und anschließend mit 40%igem Vodka übergossen. Es sollten alle Blütenteile vollständig bedeckt sein. Die Mischung wird luftdicht verschlossen und 4 Wochen lang an einem dunklen Ort gelagert. Einmal täglich schütteln. Die innerliche Anwendung von Alkoholauszügen, macht gerade bei der Kamille mehr Sinn als einen Tee zu trinken. Im Tee lösen sich die ätherischen Öle kaum. Wer keine Kamille selbst ernten kann, sollte beim Einkauf auf die ganzen Köpfen achten. Tees aus dem Supermarkt, sind oft mit Blättern und Stengeln verunreinigt, dies führt wiederum zu einer abgeschwächten Wirkung.

ACHTUNG: Kamillen gehören zu den Asteraceae, also den Korbblütlern. Viele Menschen können im Laufe des Lebens eine Allergie gegen Korbblütler entwickeln. Diese Menschen sollten die Kamille meiden.

 
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KORNBLUMENBLÜTEN

(lat. Flores Cyani)

Beschreibung: Schön blau-blühende Blume, die sich vom Süden her in fast ganz Deutschland auf kargen Böden ausgebreitet hat. Die Pflanze wird 30-80cm groß, hat beharte Blätter und blau-violette Röhrenblüten.
Sammeln und Trocknen: In der vollen Blüte im Juli bis August sammelt und trocknet man die blauen Blüten.
Inhaltsstoffe: Anthocyane (Flavonoide)
Wirkung und Verwendung: Flavonoide wirken allgemein entzündungshemmend. Traditionell (d.H. nicht immer medizinisch belegt) kam die Kornblume bei Fieber, Mentruationsproblemen und Verstopfung zum Einsatz. In vielen Teemischungen finden sich Kornblumenblüten als Schmuckdroge: sie geben dem Tee einfach ein optisch interessantes Aussehen.
Dosierung: Zur Teebereitung werden 1 bis 2 Teelöffel (1 g) Kornblumenblüten mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen. Üblicher ist aber eher die Verwendung als Zierde in Teemischungen.

 
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KÖNIGSKERZE

(lat. Flores Verbasci)

Beschreibung: An sandigen trockenen Orten, auf die die Sonne prallt, fühlt sich Verbascum – die gerade wachsende, stattliche Königskerze am wohlsten. Man nennt die Pflanze auch Wollblume. Ihre Stengel und Blätter und sogar die kleinen Blütenstaubblätter sind dicht und filzartig behaart. Die Blüten duften schwach nach Honig. Sie schmecken süßlich und schleimig.
Sammeln und Trocknen: Gesammelt werden die Blüten einschließlich der stark beharten Staubblätter. Trocknen an einem dunklen Ort. Da die Blüten auch nach dem Trocknen schnell wieder Feuchtigkeit aus der Luft anziehen, können sie leicht schimmeln. Sie sollten daher absolut luftdicht gelagert werden.
Inhaltsstoffe: Saponinen, Iridoiden, Schleimstoffen, Phytosterine, Zucker
Wirkung und Verwendung: Antiviral, reizlindernd und schleimlösend. Beliebt in Teemischungen gegen Erkältung oder als Hustenlöser.
Dosierung: Einen Tee bereitet man aus 3-4 Teelöffeln geschnittener, getrockneter Blüten zu. Das entspricht ca. 1,5-2g Droge. Maximale Tagesdosis wäre hier 3-4g.
ACHTUNG: die feinen Härchen können die gereizte Halsschleimhaut noch weiter reizen. Daher unbedingt durch ein sehr feines Teesieb gießen.

 
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KÜMMELFRÜCHTE

(lat. Fructus Carvi)

Beschreibung: Verwildert wird man Kümmel in und ums Stadtgebiet vergeblich suchen. Allerdings lohnt es sich, diese Pflanze in einem großen Kübel an sonniger Stelle selbst anzupflanzen. Wer geduldig ist und Glück hat, findet dennoch einmal den bis zu 1m hohen echten Kümmel an Wiesen und Weiden. Nach der Blüte bilden sich, wie bei Anis oder Fenchel, die kostbaren Samen aus. Kleine, dunkelbraune, gekrümmte Teilfrüchte, die einen intensiven, würzigen Geschmack haben, und sehr schnell in kleine Sichelhälften zerfallen.
Sammeln und Trocknen: Nach der Blüte die reifen Früchte abstreifen, trocknen lassen bis sie braun sind, und luftdicht lagern.
Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl
Wirkung und Verwendung: Das ätherische Öl der Kümmelfrüchte wirkt blähungstreibend, krampflösend und regt den Verauudungsapparat an. Traditionell verwendet man ihn ebenfalls zur Milchbildung bei stillenden Müttern und zur Menstruationsförderung. Ein Ölauszug wird zum prima Bauchmassageöl für Babys und Kleinkinder. Das reine ätherische Öl besitzt zudem antibakterielle Eigenschaften.
Dosierung: 2 TL frisch angestoßener Kümmelfrüchte auf eine Tasse kochendes Wasser. Ziehzeit 10 -15 Minuten. Die Wirksamkeit steckt im flüchtigen ätherischen Öl. Deshalb den Tee während der Ruhezeit unbedingt abdecken. Abseihen, 2-3 Tassen täglich nach den Mahlzeiten.

INFO: Anis-, Fenchel- oder Kümmelfrüchte werden immer erst unmittelbar vor der Teezubereitung zerstoßen, um die wertvollen, wirksamen ätherischen Öle zu bewahren.

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LAVENDEL

(lat. Flores Lavandulae)


Beschreibung: Ein kleiner, 30-60cm großer Strauch mit aufrechten Ästen. Unten ist der Stamm oft verholzt, weiter oben wachsen hellgrau bis graugrüne Zweige und längliche Blätter. An der Zweigspietze bilden sich ab Frühling lila oder weiße Blüten.
Sammeln und Trocknen: gesammelt werden die reifen, frischen Blüten der Pflanze. Auch die grünen Blätter und weichen Stile können vor allem bei der Salbenherstellung mit verarbeitet werden. Für Tees eignen sich vor allem die Blüten.

Inhaltsstoffe: Lavendelblüten enthalten ätherisches Öl, sowie Gerbstoffe, Cumarinderivate und Flavonoide.
Wirkung und Verwendung: Lavendelblüten wirken entblähend und beruhigend. Man verwendet Lavendel bei Verdauungsbeschwerden, Unruhezuständen und Schlafproblemen. Traditionell kommt Lavendel auch äußerlich zum Einsatz bei rheumatischen Beschwerden oder Wunden, die schlecht heilen wollen.

Dosierung: Soweit nicht anders verordnet kann man bis zu drei mal täglich einen frisch aufgebrühten Tee trinken: 2 Teelöffel Blüten pro Tasse mit kochendem Wasser aufgießen und 10 Minuten ziehen lassen. 

 
lindenblüten

LINDENBLÜTEN

(lat. Flores Tiliae) Ph. Eur. 2005

Beschreibung: Wenn sie ab Juni blüht, weiß man: der Sommer ist da. Ein herrlicher Duft strömt von den großen, blühenden Bäumen aus. Man verwendet die Blüten. Sie duften betören aromatisch und haben eine sehr schleimig-süßlichen Geschmack.
Sammeln und Trocknen: Die gesamte Blüte samt den grünlich-gelben Kelchblättern wird in voller Blüte an einem regenfreien Tag geerntet und locker ausgebreitet oder zu Büscheln gebunden an einem lichtgeschützten Ort getrocknet. Acthung, die Blüten sind so zart, dass sie gerne zerbrechen und sich vorzeitig lösen. Zum Sammeln am besten eine dichtgewebte Baumwolltasche füllen.
Inhaltsstoffe: bis zu 10% Schleimstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe und ätherisches Öl
Wirkung und Verwendung: Die Schleimstoffe der Blüten lindern Halsschmerzen und Erkältungsbeschwerden. Lindenblütentee war früher das Mittelchen, um Fieber auszutreiben. Man sagte den Lindenblüten eine deutliche schweißtreibende und hustenlösende Wirkung nach, welche in Studien aber nicht belegt werden konnte. Das vermehrte Schwitzen, lässt sich jedoch durch die erhöhte Flüssigkeitszufuhr erklären. Auch Husten löst sich natürlich besser, wenn man viel trinkt. Traditionell wurde Lindenblütentee zudem bei Migräne, Anspannung, Rheuma und Magenbeschwerden empfohlen. Die Blüten finden sich auch in einigen Teemischungen zur Beruhigung und Einschlafförderung.
Dosierung: 1-2 TL Blüten auf 1 Tasse kochendes Wasser, 10 Minuten ziehen lassen. 2 Tassen täglich.

 
Kräuterwissen Löwenzahn Wildkräuter Heilpflanzen sammeln

LÖWENZAHN

(lat. Radix Taraxaci cum Herbae)

Beschreibung: Taraxacum officinale oder einfach Pusteblume! Ursprünglich aus Europa und Asien ist dieses Kraut mitllerweile überall vertreten: sie wächst auf Wiesen, Weiden, an Waldrändern aber auch an Brachstellen und ausgedörrten Ackerrändern. In der Stadt überlebt sie sogar stark befahrene Straßen – hier sammeln wir natürlich nicht – und Spielplätze und Parks. Das 2-50 cm hohe Kraut blüht mitunter das ganze Jahr, die Hauptblütezeit ist im Mai. Schwach eigenartiger Geruch und leicht bitterer Geschmack.
Sammeln und Trocknen: Die beste Zeit zum Sammeln und Trocknen ist der Frühling. Bevor die Pflanze in die Blüte übergeht, wird sie samt Wurzeln ausgegraben, gut gereinigt und an einem kühlen Ort getrocknet. Das geht am besten, wenn man die Wurzeln zuvor in 0.5-1cm kurze Stücke teilt. Natürlich kann man die Pflanze auch stehen lassen und nur die jungen Blättchen ernten und entweder frisch im Salat essen oder als Teeaufguss trinken. Auch hier erntet man ausschließlich vor der Blüte. Nach der Blütezeit steigt die Bitterstoffkonzentration rapide und schmeckt unangenehm bitter.
Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Terpene, Flavonoide, Cumarine, Pflanzensäuren
Wirkung und Verwendung: Es sind vor allem die Bitterstoffe, die den Verdauungsapparat  ankurbeln und auch die Gallensaftproduktion anregen. Desweiteren wird Löwenzahn als Durchspülungstee verwendet. Er wirkt leicht harntreibend. Ideal also für eine Detox-Mischung oder bei leichten Harnwegsinfektionen.

ACHTUNG: Trinkt man zu viel Löwenzahnwurzeltee kann der Magen empfindlich reagieren. Auf keinen Fall bei Darmverschluss oder Gallenverschluss einnehmen. Bei diesen Problemen immer zuerst einen Arzt aufsuchen.
Dosierung: Auf 1 Tasse Tee kommt ein Esslöffel geschnittener Wurzeldroge samt Kraut. Ziehzeit: 10 Minuten. Der Tee kann 3-4 mal täglich vor dem Essen getrunken werden.

 

LUNGENKRAUT

(lat.) Herba pulmonariae

Lungenkraut sammeln Raublattgewächse Warnung Wildkräuter Heilpflanzen sammeln

Beschreibung: In Wäldern und schattigen, kalkigen Böden findet sich das traditionelle Lungenkraut. Bis 30 cm hohes Kraut mit borstig behaarten, grün-weiß gefleckten Blättern. Die Blätter entwickeln sich nach der lila Blüte im Frühling noch einmal richtig aus. Sie riechen heuartig und haben einen schleimigen Geschmack.
Sammeln und Trocknen: Nach der Blüte kann die gesamte Pflanze geerntet und getrocknet werden.
Inhaltsstoffe: Schleimstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide und Pflanzensäuren
Wirkung und Verwendung: volkstümlich kommt Lungenkraut bei Erkältungskrankheiten zum Einsatz. Auch äußerlich angewandt können die enthaltenen Gerbstoffe die Wundheilung unterstützen.
Dosierung: Zwei Teelöffel der fein geschnittenen Droge mit 250 ml kaltem Wasser ansetzen und kurz aufkochen oder mit kochendem Wasser übergießen und nach 5 bis 10 Minuten durch ein Teesieb geben. Mehrmals täglich eine Tasse Tee trinken.

ACHTUNG: Wie andere Raublattgewächse (Boraginaceae), z.B. Borretsch, Beinwell, Huflattich sollte Lungenkraut maximal akut eingenommen werden. Es enthält lebertoxische Alkaloide, die insbesondere in der Schwangerschaft zu Fehlbildungen führen können. (Siehe Infos Bundesinstitut für Risikobewertung).

MÄDESÜß

(lat. Herba Filipendula ulmaria)

Beschreibung: Mädesüß heißt auch Spierkraut. Es enthält unter anderem Salicylsäure, ähnlich wie Aspirin. Die Hexenfolklore bringt bei dieser Pflanze mal wieder alles durcheinander. Statt die wirksame Salicylsäure zu beschreiben, wird aus dem Mädesüß ein kraftvolles Kraut, welches Mädchen „süß” machen sollte und daher in Liebeszauber und Erotik-Räucherungen gemischt wurde. Doch Mädesüß leitet sich von der süßlichen Eigenschaft des Krautes ab: Bei der Herstellung von Metwein wurden die Blüten als Geschmacksstoff verwendet. Zu finden ist das bis zu 1m hohe Kraut meist an Bächen und Feuchtwiesen, an Sümpfen und in Gräben. Betörender süßlicher Duft und bitterer, zusammenziehender Geschmack.
Sammeln und Trocknen: Zur vollen Blüte werden nur die Blüten abgestreift und locker and einem kühlen, nicht zu hellen Ort getrocknet.
Inhaltsstoffe: 5% Falvonoide, 20% Gerbstoffe, ätherisches Öl, Salicylaldehyd und Salicylsäure.
Wirkung und Verwendung: Der Gehalt an Gerbstoffen und Salicylsäure sorgt für eine zusammenziehende, entzündungshemmende und fiebersenkende Wirkung. Weitere Studien belegen eine schwache antimikrobielle Wirkung.
Dosierung: Maximal 3 mal täglich wird folgender Tee getrunken: 1 EL Blüten auf 150ml kochendes Wasser. Nach 15 – 20 Minuten abseihen und heiß trinken. In der Kochkunst ähnlich wie Holunderblüten verwenden!

ACHTUNG: Nicht verwenden bei einer Überempfindlichkeit gegen Salicylate (wie z.B. Aspirin). Dosierung einhalten, sonst kann das Kraut zu Magenbeschwerden führen.

 

MALVENBLÜTEN

(lat. Flores Malvae)

Beschreibung: Siehe Straucheibisch

 
Wildkraeuter ernten Heilpflanzen sammeln melissenblätter

MELISSENBLÄTTER

(lat. Folia Melissae)

Beschreibung: Seit dem Mittelalter manchmal wild, häufig in Gärten kultiviert gehört die Melisse zu den “Einstiegsdrogen” im eigenen Apothekerschrank. Das ausdauernde, bis zu 70cm hohe Kraut hat einen zitronenartig-seifigen Geschmack und Geruch. Es stammt wie die Brennnessel aus der Familie der Lippenblütler und sieht der
Sammeln und Trocknen: Die Blätter können nach der Ernte lose ausgebreitet oder über Kopf zu Büscheln gebunden an einer nicht zu warmen Stelle trocknen.
Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Glycoside, Alkohole und Pflanzensäuren.
Wirkung und Verwendung: Melissenblätter wirken beruhigend, krampflösend und blähungslösend. Auch antibakterielle und virustatische Eigenschaften wurden nachgewiesen. Sie wird ganz offiziell als Heilpflanze in Form von Tees und Tinkturen bei Magen-Darm-Beschwerden und nervös bedingten Einschlafstörungen verabreicht. Tees dürfen sogar Babys trinken.
Dosierung:  So bunt der Einsatzbereich dieser antiken Staude ist, so vielseitig sind auch ihre Darreichungsformen:
Tee: mehrmals täglich 1-2 TL des getrockneten Krauts pro Tasse trinken.
Tinktur: Getrocknetes oder frisches Kraut mit 40% Korn oder Vodka übergießen und 4 Wochen mazerieren. 20 – 30 Tropfen eine halbe Std. vor dem Zubettgehen.
Fluidextrakt (1:1): 1 Teil Droge auf 1 Teil 40% Alkohol*

Pulver: das Kraut wird pulverisiert und kann in Breis, Müsli oder Yoghurt gegeben werden. Zur besseren Einnahme lassen sich auch leere Gelatine Kapseln mit Pflanzenpulvern befüllen.
Bad: Ein Vollbald angesetzt mit frischen Melisseblättern wirkt entspannend auf Körper und Gemüt.


* Es handelt sich bei den Tinkturalkoholen immer um Korn oder Vodka. Niemals Isopropanol (Reinigungsalkohol) verwenden!

NACHTKERZE

(lat. Herba Oenotherae biennis)

Beschreibung: An Brachlandstellen im Industriegebiet (obvioulsy ohne ein chemisches Werk ums Eck), an etwas verwilderten Ecken in Parks und botanischen Gärten, am Stadtrand und an Böschungen schießt ab Juni eine bis zu 2m hohe Pflanze aus dem Boden, die Nacht für Nacht neue, meist strahlend gelbe Blüten öffnet. Die Nachtkerze. Seit einiger Zeit ist diese Wildpflanze wieder in aller Munde: Die reifen Samen der Blüten enthalten eine hohe Anzahl an wertvollen Fettsäuren, die sich bei der Behandlung von Hautekzemen sowie klimakterischen Beschwerden als wirksam erwiesen haben. Das Öl selbst zu pressen wäre ein zu großes Unterfangen. Besser die reifen Samen essen. Neben den Samen kann die gesamte Pflanze therapeutisch genutzt werden.
Sammeln und Trocknen: Nach der Blüte lässt man die Samen an der Pflanze ausreifen und erntet dann die braungewordenen Kapseln im Spätsommer. Aufbrechen und Samen auffangen (über einem Papier bspw.) Die Blätter sowie Blüten und Wurzeln können ebenfalls geerntet und getrocknet werden.
Inhaltsstoffe: Nachtkerzensamenöl: bis zu 25% fette Öle, u.A. Gamma-Linolensäure, Ölsäure, Linolsäure. Nachtkerzenblätter: Gerbstoffe. Blüten: Flavonoide & Schleimstoffe. Wurzeln: Stärke, Protein, Minderalstoffe.
Wirkung und Verwendung: Samenöl innerlich: Bei PMS und Wechseljahrsbeschwerden, bei Hautleiden wie Ekzem oder Neurodermitis und zur Prophylaxe von Arteriosklerose. Die Blätter wirken zusammenziehend und beruhigend und können daher in Teemischungen bei Magen-Darm-Beschwerden, bei PMS oder bei Erkältungen verabreicht werden.
Dosierung: Da die Extraktion eines Öls nicht ganz einfach ist, kann man das kaltgepresste Öl im Bioladen oder in Form von Kapseln erwerben. Alternativ kann man die getrockneten Samen klein mörsern und das entstandene Pulver in einem Basisöl (Jojobaöl, Sonnenblumenöl, Mandelöl) mazerieren. Da die Samen auch wasserhaltig sind, muss das Mazerat anschließend im Kühlschrank gelagert werden. Es verdirbt sonst innerhalb kurzer Zeit. Für einen Tee werden die getrockneten Blüten und Blätter verwendet. 1 EL auf 1 Tasse Wasser. 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. 2-3 Tassen bei Magenbeschwerden trinken.

PAPPELKNOSPEN

(lat. Populus nigra)

Beschreibung: Wenn es mittem im Sommer heißt: es hat geschneit, dann weiß man, dass in der Nähe eine Pappel ihre fluffig-weichen Samen auf den Weg geschickt hat. Die Pappel ist ein stattlicher Baum, der zu den Weidengewächsen gehört.  Genauso wie die Silberweide birgt die Pappel in ihre Rinde sowie in den Knospen Salicin. Die Blätter des Baumes sind glattrandig und herzförmig und die Blüten hängen wie schuppenartige lange “Kätzchen” an den Zweigen herab. Die leicht klebrigen Pappelknospen riechen sanft aromatisch und angenehm.
Sammeln und Trocknen: Je nach Lage sammelt man ab März / April die unreifen Blattknospen. In ein Baumwollsäckchen geben und zum Trocknen an einen luftigen Ort hängen.
Inhaltsstoffe: Salicin, ätherisches Öl, Flavonoide
Wirkung und Verwendung: Zum einen wirkt die Pappel antibakteriell und entzündungshemmend, und fördert, z.B. in Salbenauszügen die Wundheilung. Doch auch wegen der in Darm und Leber umgewandelten Salicylsäure, werden Pappelprodukte innerlich eingenommen. Acetlysalicylsäure ist der Wirkstoff, den wir aus Aspirin kennen. Er wirkt schmerzlindernd und antientzündlich.
Dosierung: Vor allem zur äußerlichen Anwendung bei Wunden, bei Sonnenbrand und bei Hämorrhoiden haben sich Umschläge hervorragend bewährt: 30% Pappelknospen werden in Öl (z.B. Sonnenblumenöl) mazeriert. Einen wässerigen Umschlag stellt man folgendermaßen her: 1-2 Esslöffel werden in 300ml kaltem Wasser angesetzt, nach 5 Minuten kurz aufgekocht und 10 minuten ziehen gelassen. Ein Tuch mit dieser abgeseihten Flüssigkeit tränken und 2-4 mal täglich auf die betroffenen Hautstellen legen.

ACHTUNG: Allergiker sollten sich von Pappelprodukten fernhalten.

 

PASSIONBLUMENKRAUT

(lat. Herba Passiflorae incarnatae)

Beschreibung: ACHTUNG: Die hiesige Passionblume Passiflora caerulea, ist eine Zierranke, enthält sehr viele unbekömmliche Alkaloide und eignet sich NICHT in Teemischungen. Wer dennoch einen Beruhigungstee, z.B. mit Hopfen, Baldrian und Melisse mischen möchte, kann in der Apotheke das Kraut der südamerikanischen Passiflora Incarnata bestellen.
Sammeln und Trocknen: Nur aus der Apotheke.
Inhaltsstoffe: Flavonoide
Wirkung und Verwendung: Die südamerikanische rosa Passioneblume samt Blättern wirkt angstlösund, beruhigend und auch krampflösend. Verwendung findet Passionsblumenkraut meist in Teemischungen oder pflanzlichen Badezusätzen.
Dosierung: Für eine Tasse Tee werden eine Gesamtmenge von 1-4 TL getrocknetes Passionblumenkraut (pur oder bevorzugt in Mischungen) getrunken. 15 Minuten Ziehzeit. Bei allgemeiner Unruhe können tagsüber 2-3 Tassen getrunken werden. Als einschlafförderner Tee trinkt man eine Tasse 30 Minuten vor dem Zubettgehen.

 
Pfefferminze als Heilkraut Phytotherapie Aromatherapie Wildkräuter Heilpflanzen sammeln

PFEFFERMINZBLÄTTER

(lat. Herba Menthae piperitae)

Beschreibung: Die Pfefferminze ist eine Kreuzung aus Wasserminze und grüner Minze. Daher findet man sie nicht wild. Das Kraut stellt aber kaum Ansprüche an Platz oder Boden. Es lohnt sich sogar, das leckere Kraut in der Wohnung zu ziehen. Die typisch, scharf und kühl riechende Pfefferminze bildet gerne Ausläufer, so dass eine Vermehrung durch Ableger, sehr einfach ist: Zwischen Frühjahr und Hochsommer ein paar Ausläufer mit mindestens zwei Blattpaaren abtrennen und direkt in Töpfchen mit Anzuchterde stecken.
Sammeln und Trocknen: Getrocknet werden die Blätter der Pfefferminze kurz vor der Blüte an einem kühlen, dunklen und luftigen Ort. Das Sammeln an einem sonnigen Tag am frühen Vormittag sorgt für einen möglichst hohen Gehalt an ätherischen Ölen in den Blättern.
Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Flavonoide und Gerbstoffe
Wirkung und Verwendung: Ein kleines Wundermittel ist unsere beliebte Pfefferminze schon. Obwohl das Wirkspektrum noch viel weiter reicht, nutzt man die erfrischende Pflanze sowohl als krampflöser und verdauungsförderndes Mittel als auch gegen Blähungen.
Dosierung: Pfefferminztee ist ein prima Durstlöscher. Bei Verdauungsbeschwerden darf das Kraut etwas höher dosiert werden: Somit wird sicher gestellt, dass die Pflanzenstoffe auch wirken: Auf eine Tasse Tee kommt 1 Esslöffel des geschnittenen, getrockneten Krauts. 2-4 Tassen pro Tag.

 
schlüsselblume

PRIMEL - BLÜTEN & WURZEL

(lat. Radix Primulae / Flores Primulae)

Beschreibung: Die Schlüsselblume wird 10-30cm groß. Sie hat behaarte, stark geaderte, ovale Blätter, die am Boden rosettenförmig entspringen. Sie besitzt eine kräftige Pfahlwurzel. Die Blüte erwacht im Frühling aus einem langen Schaft: Hier bilden sich doldenartig viele kleinere, meist gelbe Kelchblüten. Du findest die Primel wild in Wäldern, Gebirgen oder in der Nähe von Gewässern. Aber auch in vielen Parks oder Wegrändern wird sie angepflanzt. Wunderbar passt sie auch in den eignen (Topf-) garten. Die Wurzel riecht eigenartig und erinnert etwas an Anis. Sie schmeckt rau und bitter.
Sammeln und Trocknen: Schlüsselblumen sind in Deutschland geschützt. Teefreunde sollten sich also eigene Schlüsselblumen anpflanzen. Gesammelt werden die Pflanzenteile, die den höchsten Gehalt der schleimlösenden Triterpensaponine haben: Das sind in der Primel die Blütenkelche sowie die Wurzel. Der Saponingehalt ist bei einer 3-jährigen Wurzel am höchsten, deshalb können ungeduldige Gärtner in den ersten beiden Jahren erst einmal die Blüten ernten und trocknen. Im dritten Jahr kannst du die Wurzel ausgraben, reinigen und in erbsengroße Stücke schneiden. Auf einem Tuch ausgebreitet an einem warmen Ort trocknen lassen.
Inhaltsstoffe: Saponine, Gerbstoffe und Zuckerverbindungen
Wirkung und Verwendung: Die Inhaltsstoffe der Primel machen sie zu einer ausgezeichneten Erkältungpflanze: Sie wirken schleimlösend, hustenlösend und sogar gegen Pilze.

ACHTUNG: Wie alle saponinhaltigen Drogen, dürfen Primelprodukte nicht übertrieben lange eingenommen werden. Dein Magen-Darm-Trakt nimmt dir sonst zuviel Primel übel.
Dosierung: Maximal 3 mal täglich eine Tasse Tee aus jeweils 0,5g geschnittener Wurzel mit siedendem Wasser übergießen und nach 15 Minuten Zeihzeit langsam trinken. Um die erkältungslösende Wirkung noch zu verstärken, wird Schlüsselblume gerne mit Thymian kombiniert. Dieser wirkt ähnlich und desinfizierend.

 
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PURPURSONNENHUT
(lat. Herba Echinaceae purpureae)


Beschreibung: Eine beliebte, mehrjährige Blume, die in Parks und Gärten blüht. Die Blume riecht kaum, die Blätter schmecken säuerlich und lassen die Zuge taub werden.
Sammeln und Trocknen: Der Sonnenhut wird in der Blütezeit geerntet und getrocknet. Dazu werden die krautigen Teile der Blume (Blätter und Stengel) benutzt. Noch beliebter ist der Presssaft, der aus den Wurzeln gewonnen wird. Dies geschieht in der großen Fertigarzneimittelherstellung übrigens schon direkt auf dem Feld.
Inhaltsstoffe: Purpursonnenhut enthält immunstimulierende Polysaccharide, Säuren sowie ätherisches Öl.
Wirkung und Verwendung: Aufgrund der hohen Konzentration an Inhaltsstoffen, wirkt Echinacin immunstimulierend. Ganz besonders hoch ist die Konzentration dieser Inhaltsstoffe im frischen Presssaft der Wurzel. Innerlich eingenommen, unterstützt Sonnenhut die Immunabwehr bei Erkältungskrankheiten und Harnwegsinfektionen.

Dosierung: Das Kraut kann am besten in Tinkturen angesetzt werden. Für Tees ist es heute nicht mehr üblich.

ringelblume

RINGELBLUMEN

(lat. Flores Calendula)


Beschreibung: Strahlend gelbe oder orange-gelbe Blume, die dankbar an allen sonnigen Stellen wächst. Wild findet man diese Pflanze oft an Feldrändern, aber sie lässt sich prima in Töpfen für den Balkon ziehen. Die Wirkung der Pflanze befindet sich in einer harzigen Schicht direkt auf den Blütenblättern.

Sammeln und Trocknen: Verwendet werden die strahlend warmgelben Blütenblätter (Zungenblüten) der Pflanze. Diese enthalten die wertvollen Inhaltsstoffe. In voller Blüte erntet man die Blütenblätter: entweder zupft man sie von der Blume ab und lässt diese stehen. Dadurch können die Samen ausreifen und sich direkt selbst an Ort und Stelle neu aussähen. Oder man pflückt einen Strauß, genießt diesen zwei Tage und schneidet dann die Köpfen ab. Die zarten, aber wirkungsvollen Blütenblätter fallen dann zum Teil selbst ab, und es geht kein Harz verloren. An warmer Stelle trocknen lassen und luftdicht verschließen.

Inhaltsstoffe: Die wichtigsten Inhaltstoffe der Ringelblumenblüten sind die Flavonoide, Faradiol und Saponine. Daneben enthält die Ringelblume ätherische Ölen, die keimabtötend (Bakterien, Viren und Pilze) wirken und es gibt immunstimulierende Zuckerverbindungen. Die Schleimstoffe und Alkoholgruppen wirken nachweislich entzündungshemmend und können Wassereinlagerungen entgegenwirken. Zu guter Letzt bewirken die Zuckerverbindungen in den Ringelblumenblüten eine Stimulierung des Immunsystems.

Wirkung und Verwendung: Innerlich zum Gurgeln bei entzündeter Mundschleimhaut oder Halsschmerzen, äußerlich zur Wundheilung.

Vor allem die Flavonoide sorgen für einen hervorragenden entzündungshemmenden Effekt wenn äußerlich aufgetragen. Deshalb ist die Ringeblume beliebt in Salben und Ölen für Kinderhaut, gerötete Brustwarzen, offenem Bein, eitrigen, offenen Entzündungen.

Die Wirkung extrahiert man hierbei am besten in Form eines Blütenauszugs. (Rezeptur siehe im unserem Büchlein “PURE” Naturkosmetik).

Dosierung: Äußerlich als Salbe eignen sich 5g Blüten auf 100g Salbengrundlage / Öl. Ein paar Rezepte zur Herstellung von Ringelblumensalben gibt es im Buch. Für Wundumschläge ein Baumwoll oder Leintuch mit einem wässerigen Auszug auf die Wunden legen. Für den Auszug nimmt man 5 EL Blüten auf 1 L Wasser. Mehrmals täglich sollte der Umschlag gewechselt werden.

Innerlich als Tee nimmt man 1 Esslöffel Blüten auf 150ml sprudelnd kochendes Wasser und lässt den Tee für 10 Minuten ziehen.

 
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ROSENBLÜTEN

(lat. Flores Rosae)

Beschreibung: Gepflückt werden möglichst starkduftende, nicht überzüchtete Wildrosen. Diese findet man meist an Feldern, Brachgegenden, Bahngleisen oder auch in Parks und idealerweise im eigenen Garten.

Inhaltsstoffe: Die Hauptinhaltstoffe der Rosenblüten sind die Gerbstoffe, die beim Verzehr ein leicht pelziges Gefühl auf der Zunge verursachen. Dies geschieht durch die adstringierende Wirkung von Gerbstoffen. Adstringierend bedeutet, dass es die obere Hautschicht zusammenzieht (Eiweiß und Zellmembran denaturieren zusammen und werden “dicht”, die gereizte Haut darunter kann sich erholen und neu bilden). Diese Wirkung kommt besonders bei Hals-und Rachenentzündungen zum Einsatz. Daneben ist natürlich das besondere, ätherische Öl das Markenzeichen der Rose. Geraniol und Citronellol wirken antibakteriell und können sogar Pilzwachstum verhindern.

Wirkung und Verwendung:
Rosen werden zu antientzündlichen Zwecken gegen Schleimhautentzündungen im Mund oder Hals eingesetzt. Zusätzlich findet die Rosenblüten dekorativen Einsatz in Teemischungen oder auch Nachspeisen.

Dosierung: Für gewöhnlich in Teemischungen.

 

ROSSKASTANIE

(lat. Semen hippocastani)

Beschreibung: Die Früchte des erhabenen Kastanienbaums bezaubern im Herbst vor allem die Kinder. Aber auch in der Medizin - und neuerdings von der #zerowaste Welle wiederentdeckt als alternatives schäumendes Reinigungsmittel - hat die Kastanie eine große Bedeutung. Sie kommt allerdings nicht als Tee zum Einsatz. Da sie im Stadtbild sehr beliebt ist, möchte ich dennoch die Kastanie in diesem Urbarium aufführen.

Sammeln und Trocknen: Gesammelt werden die reifen Samen: die schönglänzend dunkelbrauchen Kugeln. Man findet sie kultiviert auf Schulhöfen, an Spielplätzen, Parks, Friedhöfen, als Schattenspender um viele Biergärten herum und sie zieren so manche Allee. Für den Kräuterfreund ist vor allem die Zubereitung einer Urtinktur interessant: dazu schält man die reifen Samen. Die innere, weiße Samensubstanz wird kleingeschnitten (Achtung, geht nur mit einem sehr scharfen Messer und viel Kraft und Geduld) und anschließend in Alkohol mazeriert: Zerkleinerte Kastanie in ein dunkles Glas geben und mit 40% Alkohol (Vodka, Korn, etc.) auffüllen, bis alles gut überdeckt ist. Luftdicht verschließen und Gefäß täglich schütteln. Nach 4-6 Wochen abfiltrieren und in ein ausgekochtes Tropfglas geben.

Inhaltsstoffe: Aescin, Saponine, Gerbstoffe, Stärke, fettes Öl und Eiweiße

Wirkung und Verwendung: Der Samen der Rosskastanie kann vielfältig genutzt werden. Zum einen wird eine Tinktur aus dem geschälten Samen innerlich eingenommen bei Venenschwäche und Krampfadern. Das Aescin wirkt gefäßverdichtend und zusammenziehend und schützt die Venen vor einem Austritt von Flüssigkeit in das Gewebe, welches sich in unschönen Krampfadern äußert. Die Schale der Rosskastanie verwendet man vor allem aufgrund der Gerbstoffe für kurze Sitzbäder bei Hämhorriden.

Dosierung: Ein Rosskastaniensamenextrakt wirkt nur, wenn er mindestens 3 Monate lang innerlich eingenommen wird. 3x täglich 20 Tr.

ACHTUNG: Schwangere, Kinder und Alkoholkranke dürfen die Tinktur nicht einnehmen. Schwangere sollten Kompressionsstrümpfe tragen. Dazu berät die Apotheke. Die meisten Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Anpassung.

 
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ROSMARIN

(lat. Folia rosmarini)


Beschreibung: Benutzt werden die frischen oder getrockneten Blätter des Rosmarinstrauchs. Die frischen Blätter sind oberseitig dunkelgrün und glänzend ledrig, die Blattunterseite ist hell- bis graugrün. Die Blätter haben einen starken, würzigen Geruch und schmecken bitter.

Inhaltsstoffe: Rosmarin enthält bis zu 2,5% ätherisches Öl, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide und auch Harz, welches man beim Pflücken sofort an den Fingern spürt.

Wirkung und Verwendung: Rosmarin wirkt innerlich eingenommen (Tees und Tinkturen) krampflösend und verdaungsfördernd. Äußerlich kommt ein Kräuterauszug bei rheumatischen Beschwerden zum Einsatz. Laut Studien hat Rosmarin übrigens antimikrobielle, antivirale, leberschützende und sogar tumorhemmende Eigenschaften.

Dosierung: Die maximale Tagesdosis sollte 6g des getrockneten Krauts nicht überschritten werden. Zur Verdauungsförderung wird 3 mal täglich 1 TL (ca. 2g) Rosmarin auf eine Tasse kochendes Wasser als Tee zwischen dem Essen getrunken. Auch für ein Vollbad ist Rosmarin klasse: Man gibt ca. 50g getrocknete Rosmarinblätter und zwei Esslössel Totes Meersalz auf ein Vollbad.

Salbei salvia officinalis Wildkräuter Heilpflanzen sammeln

SALBEIBLÄTTER

(lat. Folia Salviae)

Beschreibung: Es gibt unzählige Salbeiarten. In der Phytotherapie geht es um Salvia officinalis, den echten Salbei. Der echte Salbei kann bis zu 60 cm hoch wachsen. Der Strauch trägt weiche, behaarte hellgrüne Blätter. Auch andere Sorten des echten Salbeis, wie z.B. der Goldsalbei, der sich im Sommer leicht violett oder gelbgrün gemustert färbt, enthalten ähnliche Mengen der wertvollen Inhaltsstoffe und können daher gleich verarbeitet und verwendet werden. Geruch und Geschmack sehr würzig und etwas bitter.
Inhaltsstoffe: Salbei enthält bis zu 3,5% ätherisches Öl, sowie Gerbstoffe, Fette und Flavonoide.

Wirkung und Verwendung: Salbeiextrakte wirken antibakteriell, krampflösend, schweißhemmend und kommen bei Verdauungsbeschwerden, übermäßigem Schwitzen und Halsentzündungen zum Einsatz.

Dosierung: Um die Verdauung zu unterstützen können mehrmals täglich vor dem Essen Teeaufgüsse getrunken werden. 1-2g Salbei auf eine Tasse kochendes Wasser, 10 Minuten ziehen lassen. Man trinkt den Tee warm. Möchte man den Salbei zur Schweißhemmung trinken, sollte der Tee 3 mal täglich kalt getrunken werden.

Eine Tinktur stellt man mit 40% Alkohol her. Zum Gurgeln 1TL Tinktur auf ein Glas kaltes Wasser verwenden.

 
Schafgarbe Wirkung

SCHAFGARBE

(lat. Herba millefolii)

Beschreibung: Ca. 30-50cm hohes, blühendes Kraut, die Blüten sind Scheindolden, die behaarten Blätter erinnern an eine schön geschwungene Venus Augenbraue - daran kann man auch die echte Schafgarbe von ähnlichen Kräutern, die zur selben Zeit blühen, unterscheiden. Die Pflanze riecht und schmeckt etwas nach Kamille: aromatisch und leicht bitter.

Sammeln und Trocknen: gesammelt werden die frischen, weißen bis rosa-weiß-gemischten Blütenspitzen. Die Pflanze wird ca. eine Woche kopfüber im Schatten getrocknet. Dadurch bleibt das kostbare Azulen enthalten.

Inhaltsstoffe: Schafgarbe enthält ätherisches Öl, u.A. das Azulen, Bitterstoffe und Gerbstoffe.

 Wirkung und Verwendung: Schafgarbe wirkt verdauungsfördernd, antibakteriell, zusammenziehen und krampflösend. Das wertvolle Azulen hemmt Entzündungen. Das getrocknete Kraut wird in Form von Tees, Tinkturen oder Extrakten bei Verdauungsbeschwerden und Krämpfen, sowie zur Appetitanregung verwendet. Auch bei PMS hat sich die Schafgarbe als entspannend bewährt.

 

SPITZWEGERICH

(lat. Herba Plantaginis lanceolatae)

Beschreibung: Auch dieses ausdauernde Kraut findet sich überall: Auf Feldern, Spielplätzen und Parks, am Straßenrand, Müllhalden, gar in Sanddünen. Spitzwegerich stellt keine großen Ansprüche an den Boden und wächst deshalb überall, wo sich Erde befindet. Die Blätter sind zwischen 10-50 cm lang, kräftig grün und stark gerippt.
Sammeln und Trocknen: Kann im Sommer geerntet werden. Blätter entweder ganz oder gehobelt and einem warmen, schattigen Ort trocknen.
Inhaltsstoffe: Glucoside, Schleimstoffe, Kieselsäure, Gerbstoffe
Wirkung und Verwendung: Zusammenziehend, antibakteriell und gegen Reizungen, entzündungshemmend. Ein Tee wird innerlich gegen Erkältungskrankheiten getrunken. Mit einem Kaltauszug lässt sich auch Gurgeln. Das hilft bei Mund- und Rachenentzündungen. Äußerlich als Umschlag bei Hautentzündungen. Gegen verschiedene Mikroorganismen wirkt auch der frische Pressaft der Pflanzen (Ph. Eur. 5).
Dosierung:  Für eine Teezubereitung übergießt du 3-6 TL geschnittenes, getrocknetes Kraut je Tasse kochendes Wasser. Nach 15 Minuten abseihen und trinken. Nach 2 Stunden ist dieser Tee auch für Wundumschläge geeignet.

 

STIEFMÜTTERCHENKRAUT

(lat.) Herba viloae tricoloris cum flores

Beschreibung: In der Stadt findet sich das wilde Stiefmütterchen auf Wiesen, an Häuser und Wegrändern, in der Nähe von Bahngleisen und natürlich am Stadtrand neben Feldern. Es wird 20-30 cm groß und ist oft dreifarbig –  deshalb auch der lateinische Name Viola tricoloris. Die meisten Gärten ziert ein großes, kultiviertes Stiefmütterchen. Dieses hat leider eine schwächere Konzentration an Wirkstoffen, deshalb lohnt es sich von Mai – August das wilde Kraut zu finden und zu ernten.
Sammeln und Trocknen: Man sammelt das ganze, oberirdische Kraut während der vollen Blüte von Frühsommer bis in den August hinein. Nicht zu warm trocknen, nach 10 Tagen hobeln und in einem Gefäß lagern.
Inhaltsstoffe: Flavonoide, Schleimstoffem Pflanzensäuren, Salicylsäureester und Peptide
Wirkung und Verwendung: Heute wird das wilde Stiefmütterchen vor allem äußerlich angewandt. Es wirkt antienzündlich, Phytotherapeuten beschreiben die Wirkung auf die Haut sogar als cortisonähnlich. Man behandelt z.B. mit Umschlägen gereizte, entzündete Haut, Akne und vor allem Seborrhoe, einem schuppigen Ekzem auf der Kopfhaut. Auch Milchtorf bei Babys und Kleinkindern lässt sich nachweislich mit einem Sud aus Stiefmütterchenkraut lindern und heilen.
Dosierung: Teeaufguss zur innerlichen Anwendung: 3 g getrocknetes Stiefmütterchenkraut samt Blüten mit 150 ml kochendem Wasser überbrühen und nach 10 Minuten abseihen. 3 mal täglich zu den Mahlzeiten trinken.
Sud zur äußerlichen Anwendung: 1 -10 EL (2-20g) getrocknetes Kraut in 1 Liter leicht köchelndem Wasser  ziehen lassen. 3 x täglich ein mit diesem Aufguss getränktes Tuch auf die entzündete Haut legen. Für einen Badezusatz verdoppelt man hier die Menge des Kauts und gibt den Sud anschließend in das Badewasser.

Taubnessel Goldnessel Heilkräuter sammeln

TAUBNESSEL

(lat. Flores Lamii albi)

Beschreibung: Eine Nessel die nicht brennt. Während man die wertvollen Inhaltsstoffe in der Brennessel in ihren Blättern findet, nutzt man bei der Taubnesseln nur ihre weißen Blüten. Die Taubnessel blüht ab April bis in den Herbst hinein an Waldrändern, Wegen und Feldgräben. Oftmals sogar direkt neben der Brennessel.
Sammeln und Trocknen: Gesammelt werden die ganzen Blüten. Sie lassen sich recht einfach aus den Kelchblättern herauszupfen. Denke aber daran, dass Insekten sehr gerne den Nektar der Taubnesseln trinken und achte darauf, nicht alles “abzugrasen”. Trocknen sollte man die Blüten ausgebreitet und im Schatten.
Inhaltsstoffe: Iridoglycoside, Flavonoide und Gerbstoffe
Wirkung und Verwendung: Zusammenziehende und entzündungshemmende Wirkungen scheinen aufgrund der Wirkstoffe plausibel. Man verwendet Taubnessel als Spülung bei leichter Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut. Bei weißem Ausfluss der Scheide eignen sich Sitzbäder und äußerlich bei leichten, oberflächlichen Entzündungen der Haut können Umschläge den Heilungsprozess beschleunigen. Traditionell wird Taubnesseltee bei Erkältungen getrunken.
Dosierung: Bei Erkältung 3 mal täglich 2 Teelöffel geschnittenes Kraut auf eine Tasse kochendes Wasser. 5 Minuten ziehen lassen, dann abseihen und warm trinken. Die empfohlene Tagesdosis beträgt soweit nicht anders verordnet bei Einname 3 g Droge. Dieser Tee kann abgekühlt auch bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum gegurgelt werden. Für ein Sitzbad bei Scheidenweißfluss 5g Taubnessel mit 500 ml heißem Wasser übergießen und nach 10 Minuten abseihen. Mehrmals täglich kann die Scheide damit gespült werden. Auch ein entspanntes Sitzbad eignet sich zu diesem Zweck. Weitere Hauterkrankungen bedient man mit einem Umschlag nach derselben Rezeptur. Mehrmals täglich baden oder Umschläge auflegen.

 
Thymian Heilkräuter Wildkräuter Heilpflanzen sammeln

Thymiankraut

(lat.) Herba Thymi

Beschreibung: Thymian ist kein einheimisches Kraut, sollte aber nie auf Fensterbank, Balkon oder im Garten fehlen. Der sogenannte Gartenthymian, den wir im Gartenmarkt erwerben können, hat kleine mit Öldrüsen besetzte Blättchen. Sie geben wertvolles ätherisches Öl frei, wenn man sie nur leicht berührt. Das ätherische Öl wirkt u. A. schleimlösend und desinfizierend. Ideal bei Erkältung! Thymian besitzt einen starken, charaktierischen Geruch und einen scharfen, angenehm-würzigen Geschmack.
Sammeln und Trocknen: Thymian kann das ganze Jahr über geerntet werden, insbesondere auch zur Blütezeit. Man trocknet das (blühende) Kraut in Sträußen kopfüber an einer dunklen, nicht zu warmen Stelle um die wertvollen, flüchtigen ätherischen Öle zu bewahren. Anschließend sanft “zerbröseln” und in ein luftdichtes Gefäß geben.
Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Flavonoide, Triterpene.
Wirkung und Verwendung: Thymian ist ein starkes Kraut, welches sogar Hustenschleim löst, Lungenkrämpfe beruigt und Bakterien abtötet. Diese Eigenschaften machen es zu einer ausgezeichneten Tee- und Tinkturenpflanze bei Bronchitis, Keuchhusten und Erkältungskrankheiten. Auch als Badzusatz, wirkt es therapeutisch: die wohligen Dämpfe beruhigen und unterstützen eine Behandlund von Erkältungen.
Dosierung: 2 mal täglich wird eine Tasse mit frischem oder getrocknetem Kraut aufgebrüht:
2 TL auf eine Tasse, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und heiß trinken.

 

WEGWARTE

(lat.) Herba / Radix Cichorii

Beschreibung: Wenn im Herbst noch hellblaue Tupfer die Wege zieren, handelt es sich meist um die Wegwarte. Allgegenwärtig wartet sie am Weg auf den nächsten Tag – sagt man. Die gesamte Pflanze ist für Kräuterfreunde interessant: Nicht nur das bis zu 1m große überirdische, herbe Kraut kann für Tees getrocknet werden. Auch die sehr lange, kräftige Pfahlwurzel kann im Herbst ausgegraben und weiterverarbeitet werden.
Sammeln und Trocknen: Gesammelt wird das gesamte Kraut zur herbstlichen Blütezeit. Kleine Sträuße binden und im warmen trocknen. Die Wurzel ausgraben, reinigen und in kleine Stücke schneiden. 2 Wochen offen an warmer Stelle trocknen.
Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Inulin, Säuren
Wirkung und Verwendung: Wegwartenkraut wird vor allem aufgrund der Bitterstoffe zur Verdauungsförderung nach fettem Essen empfohlen. Schon im Mund wird der Speichelfluss, im Magen die Magensaftproduktion angekurbelt. Auch bei Appetitlosigkeit ist ein Wegwartentee ein wirkungsvolles aber dennoch mildes pflanzliches Heilmittel.
Dosierung: 1 Teelöffel des getrockneten Wegwartenkrauts mit 1 Tasse (150 ml) heißen Wasser überbrühen. 5 bis 7 Minuten lang ruhen lassen, abseihen und VOR den Mahlzeiten trinken. Oder 2 TL getrocknete Wurzel auf eine Tasse Wasser.

ACHTUNG: Nicht bei Gallensteinen trinken.

 

WEIDENRINDE

(lat. Cortex Salicis)

Beschreibung: Die kuscheligsten Frühblüher sind die Weidenkätzchen – jeder kennt sie aus der Kindheit. Dass der dazugehörige Baum ein kostbarer Schatz der Phytotherapie ist, wissen die wenigsten. Er enthält Salicin. Im 19. Jahrhundert kam der Durchbruch: aus der Baumrinde wurde ein Stoff isoliert, dem wir heute das Kopfweh- und Fiebermedikamt Aspirin verdanken, die Acetylsalicylsäure. In unseren Breitengraden finden wir meist Silberweiden an Flussufern und Mooren.
Sammeln und Trocknen: Im Frühjahr sammelt man die Rinde junger, ein- bis zweijähriger Zweige des Weidenbaums, schneidet sie in kleine Teile und trocknet sie an geschützter Stelle für 2 Wochen.
Inhaltsstoffe:
Salicylate, Flavonoide, Gerbstoffe, Pflanzensäure
Wirkung und Verwendung: Die Weidenrinde wirkt fiebersenkend, schmerzlindernd und entzündungshemmend. Zum Einsatz kommt die Weidenrinde in der Hausapotheke z.B. als Tee bei Fieber, Kopfschmerzen, Rheuma oder Rückenschmerzen und Arthrose. Acetylsalicylsäure-Tabletten können schnell die Magenschleimhaut reizen und mitunter können sie Darmblutungen auslösen. Diese Nebenwirkung ist bei der Weidenrinde nicht zu erwarten. Salicin wird erst in der Leber in die wirksame Salicylsäure umgewandelt.
Dosierung: Es gibt zwei Arten einen Weidenrinden Tee zuzubereiten:
1. Den Kaltauszug: hierfür werden 2TL getrocknete Weidenrinde auf ca. 400ml Wasser kalt angesetzt und über Nacht ziehen gelassen. Tagsüber 2 Tassen trinken.
2. Teeaufguss: 1/2 TL Weidenrinde auf eine Tasse kochendes Wasser. 20 Minuten ziehen lassen und abseihen. 2-3 heiße Tassen pro Tag trinken.

 
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WEIßDORN

(lat. Folia Crataegi cum flore)

Beschreibung: Strauchiger, bis 5 m hoher Baum, der im Frühjahr eine reiche weiße bis rosa Blüte trägt. Im Sommer leuchtend rote Beeren. Die Blüten und Blätter, die man für Tees verwendet, haben einen süßlich-bitteren Geschmack.
Sammeln und Trocknen: Im Frühling werden die frischen, noch blühenden Zweigspitzen samt Blättern gebündelt, über Kopf getrocknet und nach 2 Wochen gehobelt.
Inhaltsstoffe: Flavonoide und Pflanzensäuren
Wirkung und Verwendung: Laut Ph.Eur. 7 stärkt Weißdorn den Herzmuskel und sorgt für eine verbesserte Durchblutung. Empfohlen bei Altersherz und leichten Herzrhythmusstörungen. ACHTUNG: Bei Herzbeschwerden, die länger als 6 Wochen andauern, immer einen Arzt aufsuchen. Insbesondere bei Schmerzen, die vom Herz in Arme, Hals oder den Oberbauch ausstrahlen, solltest du unverzüglich einen Arzt aufsuchen.
Dosierung: Zur Stärkung des Herzens wird 3- bis 4mal täglich dieser Teeaufgusses getrunken: 1 TL Weißdornblätter mit Blüten wird mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergossen. Nach 10 Minuten durch ein Teesieb filtrieren.

 

*Haftungsausschluss und allgemeiner Hinweis zu medizinischen Themen: Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Text erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch kann die Aktualität, Richtigkeit und Ausgewogenheit der dargebotenen Information garantiert werden. Der Text ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und er darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt Ihres Vertrauens! Wikibooks und Autoren übernehmen keine Haftung für Unannehmlichkeiten oder Schäden, die sich aus der Anwendung der hier dargestellten Information ergeben.