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Bildung, Kräuterheilkunde, Naturheilkunde, Naturmedizin, Pharmazie, PMS

Ladytalk. Mit Mönchspfeffer gegen PMS

Die lieben Hormone.
Wer sich irgendwo zwischen Teeanger- und Mittelalter bewegt, kennt das monatliche PMS. Seelische und körperliche Beschwerden kurz vor sowie während der Periode gehören in irgendeiner Form für die meisten weiblichen Wesen zum Leben. Eine stärkere Form der Beschwerden wird als PMDS bezeichnet: Prämentruelle dysphorische Störung. Gemeint ist eine depressive, aggressive und impulsartige Stimmungslage in der zweiten Zyklushälfte. Frau leidet. Ihr Umfeld auch.

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Auf der anderen Seite sind Hormone sexy. Seit Jahren plane ich meinen Alltag entsprechend meines Zyklus. Große Projekte, Vorträge, Workshops, etc. lege ich nur noch in die aufsteigende Phase, also die ersten 14 Tage zu Zyklusbeginn. 

Business Coachs empfehlen Frauen, Gehalts- oder Vertragsverhandlungen um den Eisprung herum zu legen, da sie während dieser Zeit selbstbewusst sind, sexy Pheromone versprühen und erfolgreicher wahrgenommen werden. 

In der absteigenden Phase ziehe ich mich zurück und gehe mit einer guten Freundin ins Café oder bastle mit den Kids oder ich grabe den Garten um. In der PM Woche werde ich leider zum explosiven Monster und möchte alles und jeden in Stücke hacken. Gleichzeitig bin ich empathisch und melancholisch bis tieftraurig. Anybody?

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Mit dem Einsetzen der Blutung kommt es dann zum Release... Freiheit von meiner dunkelsten Seite, zurück ins Leben, zurück zur positiven Einstellung Menschen und dem Leben gegenüber.

Für eine sehr lange Zeit habe ich alles so hingenommen. Meinen Alltag eben nach diesem verrückten Zyklus geplant. Ich wusste, es gibt hormonausgleichende Medikamente. Doch ich bin ein sehr vorsichtige Pillenschluckerin.

Dann nahm ich mal wieder meine alten Apothekenunterlagen heraus und schaute mir Lösungen aus der Phytotherapie an. Besonders Mönchspfeffer schien gute medizinisch messbare Unterschiede zu bewirken. Die Früchte des Mönchspfeffers senken den Prolaktinspiegel. Das bedeutet schmerzhafte, unregelmäßige oder übermäßige Regelblutungen werden wieder in Balance gebracht. Auch das fiese PMS verringerte sich laut einer Doppelblindstudie von 2013 bei 50% der Testerinnen.

So habe ich nun seit einigen Monaten selbst zum Versuchskarnickel gemacht und muss sagen: 
das Mönchspfeffer-Zeug hat für mich Wunder bewirkt.

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Das erste mal seit 7 Jahren mutiere ich nicht zum depressiven Aggro sondern bleibe in der PMS Woche ruhig und gelassen. Ich bin deutlich weniger gereizt und die Stimmung bleibt ungetrübt und fröhlich, ich bin voller Tatendrang und motiviert. Meine Brust spannt leider mehr als zuvor, aber lieber so als mit finsterem Gemüt zu leben. Lustigerweise steht in der Packungsbeilage: hilft bei Brustspannungen, usw. Deshalb noch einmal: Dies ist mein persönlicher Erfahrungsbericht. Alle weiteren Nebenwirkungen und Einschränkungen werden ebenfalls in der Packungsbeilage beschrieben.

Weitere pflanzliche Alternativen - Rhapontikrhabarber, Rotklee, Sojaisoflavone, Traubensilberkerzen wirken ähnlich - nämlich hormonausgleichend. Der Frauenarzt berät ausführlich zu dem geeigneten Pflanzenpräparat. Traubensilberkerze ist allerdings wegen leberschädigender Wirkung nicht ganz unbedenklich.

Ich schreibe diesen Blogpost, da zu einem erfüllten Leben in dieser Gesellschaft das Funktionieren zu jeder Zeit im Zyklus gehört. Idealerweise könnten sich alle Ladys leisten, sich 1-2 Wochen pro Monat zurückzuziehen, um in Abgeschiedenheit von Schokolade und Netflix zu leben.
Dem ist aber nicht so.

Deshalb hier noch einmal zusammenfassend, wie ich dauerhaft meinen Lifestyle wieder in Balance gebracht habe. 

1. Täglich 1-2h in die Natur gehen oder zumindest etwas Grünes anfassen, Tees ernten, trocknen, riechen. 

2. Täglich Mönchspfeffer. Zuvor bitte unbedingt zum Frauenarzt gehen. Jede Dame funktioniert anders. Dein Arzt kann anhand eines Zyklustagebuchs am besten sagen, welche Phytotherapie für dich die richtige ist. So ein Zyklustagebuch kannst du selbst führen und zum nächsten Arztbesuch mitbringen. Idealerweise notierst du 3 Monate lang: 

  • Deinen Zyklus, besondere Stress- / Ruhephasen, Ernährungsgewohnheiten, sportliche oder sonstige Aktivitäten. 

  • Und deine “Symptome”. An welchen Tagen treten bei dir Aggressionen, Freude, Tatendrang, Traurigkeit oder Wut auf? Wassereinlagerungen? Gewichtszunahme? Fressattacken, usw.?

3. Keinen Alkohol trinken. Nix gegen ein Glas Wein zum Wochenende,  aber der tägliche Alkoholkonsum ist besonders für den weiblichen Hormonhaushalt sehr ungünstig und wird mit Brustkrebs in direkten Zusammenhang gebracht. Außerdem verhindert Alkohol die Tiefschlafphasen, die dein Körper so dringend braucht. 

4. Kaffee reduzieren. Soll hier nicht weiter thematisiert werden, aber: Do your research, babe! Ich trinke maximal einen Single Shot Latte pro Woche.

5. Schlafen sollten wir 7,5 - 8h.

6. Sportliche Aktivitäten 3 mal pro Woche für ca. 1h.

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So. Habe ich alle Dinge aus dieser Liste über Nacht verändert? Nein. Gott sei Dank war ich noch nie Kaffee- oder Alkoholfreundin. Bei mir war es eher der Schlafmangel und der Sport und der Stress. Rausgehen in die Natur schien mir oft ebenfalls absurd, war es unter meiner Decke doch so schön kuschelig. Oder es gab tausend Dinge zu erledigen.

Doch irgendwann bin ich regelmäßig in den botanischen Garten gegangen und habe erst wieder im Tropenhaus einen klaren Kopf bekommen. Biophilia eben. Dazu habe ich vor einiger Zeit einen Blogpost verfasst.

Die allmähliche Lifestyleanpassung hat schon viel Ausgleich gebracht.  Aggressionen, Traurigkeit und impulsartige dumme Handlungen sind allerdings erst mit dem Mönchspfeffer verschwunden.

Hat hier jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Oder erfolgreich andere pflanzliche Medikamente gegen PMS verwendet?

Zum Vertiefen:

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-282015/gefuehle-ausser-kontrolle/
https://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/moenchspfeffer/ https://www.saragottfriedmd.com/understanding-female-hormone-cycles/

Apothekenkunst, DIY, Kräuterheilkunde, Naturheilkunde, Rezepte, Naturmedizin, Pharmazie

Naturkosmetik für Anfänger // Schmelzpunkte: feste Fette, Wachse und Öle

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Wer sich mit Naturkosmetik angefreundet hat und nun selbst einiges herstellen möchte, sollte sich eine kleine “Rezeptur” anlegen. Mit den untenstehenden Fetten kann man fast alles herstellen und wenn man auf Wasser verzichtet, halten deine Produkte sehr lange.

Übrigens: Wenn eine Mischung ranzig riecht, heißt das, dass Fett hat wahrscheinlich oben am Gefäßrand oxidiert. Es ist im Prinzip angetrocknet und müffelt etwas. (Vielleicht erinnerst du dich an den Geruch von Leinöl an alten Schultüren oder Sporthallen?)
Bevor du deine Salbe / Butter / Ölmischung in den Abfall kippst, nimm doch einfach mal ein Tüchlein und wische den Rand ab. Du wirst sehen, der üble Geruch ist verschwunden.

Auch die leidenschaftlichsten Salbenmischer vergessen ab und zu die unterschiedlichen Schmelzpunkte der Öle und Wachse.

Im folgenden eine Übersicht der Schmelzpunkte der üblichen Basisfette, die zwar an sich eine eigene Wirkung haben, aber sich ideal als Grundlage für Salben, Deos, Shampoos und Körperpflege eignen. Weitere Infos zu Ölen und deren Komedogenität findest du hier:

Candelillawachs
Schmelzpunkt: 68°C bis 72 °C
Komedogenität: 0
Verwendung: trockene Haut, rückfettend, feuchtigskeitsspendend,
Rezepturen: Rezepturen für Körper, Gesicht und Lippen.

Carnaubawachs
Schmelzpunkt:  82 °C
Komedogenität: 0-1
Verwendung:
Rezepturen: in div. Rezepturen als Konsistenzgeber. Achtung, wird sehr schnell wieder hart. Am besten gemeinsam mit anderem, stabilen Öl in Gefäß einwiegen und schmelzen.

Sojawachs
Schmelzpunkt: 50°C bis 52°C
Komedogenität: 4
Verwendung: schnell einziehend, für alle Hauttypen geeignet. Achtung, wg. der hohen Komedogenität bei Haut, die zu Unreinheiten neigt.
Rezepturen: Rezepturen für Körper
und Hände

Natriumstearinsäure
Schmelzpunkt: 65°C bis 69°C
Komedogenität: 3
Verwendung: Konsistenzgeber
Rezepturen: Rezepturen für Körper und Hände

 

Kokosöl
Schmelzpunkt: 23 bis 26 °C
Komedogenität: 3
Verwendung: reife Haut, Deodorantrezepturen, Haarspitzen
Rezepturen: Deos, Haarspitzen, Körper

Sheabutter 
Schmelzpunkt: 28°C bis 32°C
Komedogenität: 0
Verwendung: trockene Haut,
rückfettend, feuchtigskeitsspendend,
Rezepturen: Rezepturen für Körper,
Gesicht und Lippen.

Kakaobutter
Schmelzpunkt: 30°C bis 38°C
Komedogenität: 4
Verwendung: für trockene Haut,
Schwangerschaftsstreifen
(vorbeugend und behandelnd),
sehr reichhaltig und fettig,
feuchtigskeitsspendend.
Rezepturen: Körper und Hände,
z.B. in Handbutter, in
Schwangerschaftslotionen

Bienenwachs
Schmelzpunkt: ca. 62°C
Komedogenität: 1-2
Verwendung: als Salbengrundlage,
entzündungshemmend.
Rezepturen: Rezepturen für Körper,
Gesicht und Lippen.
Als Konsistenzgeber.

Zu beachten:
Nachdem die Öle geschmolzen sind, immer erst etwas abkühlen lassen bevor feste Stoffe oder ätherische Öle hinzugefügt werden. Viele Substanzen verändern sich chemikalisch oder verlieren ihre Wirkung oder den Duft.

Ganz streng muss man die Temperatur vor dem Einarbeiten von Natron im Blick haben. Ist die Mischung heißer als 25 Grad Celsium, fängt das Deo innerhalb der nächsten 48 Std. an zu blubbern! Eine Rezeptur für Deos aus dem Naturkosmetikkurs findest hier.