Naturheilkunde

Bildung, Kräuterheilkunde, Naturheilkunde, Naturmedizin, Pharmazie, PMS

Ladytalk. Mit Mönchspfeffer gegen PMS

Die lieben Hormone.
Wer sich irgendwo zwischen Teeanger- und Mittelalter bewegt, kennt das monatliche PMS. Seelische und körperliche Beschwerden kurz vor sowie während der Periode gehören in irgendeiner Form für die meisten weiblichen Wesen zum Leben. Eine stärkere Form der Beschwerden wird als PMDS bezeichnet: Prämentruelle dysphorische Störung. Gemeint ist eine depressive, aggressive und impulsartige Stimmungslage in der zweiten Zyklushälfte. Frau leidet. Ihr Umfeld auch.

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Auf der anderen Seite sind Hormone sexy. Seit Jahren plane ich meinen Alltag entsprechend meines Zyklus. Große Projekte, Vorträge, Workshops, etc. lege ich nur noch in die aufsteigende Phase, also die ersten 14 Tage zu Zyklusbeginn. 

Business Coachs empfehlen Frauen, Gehalts- oder Vertragsverhandlungen um den Eisprung herum zu legen, da sie während dieser Zeit selbstbewusst sind, sexy Pheromone versprühen und erfolgreicher wahrgenommen werden. 

In der absteigenden Phase ziehe ich mich zurück und gehe mit einer guten Freundin ins Café oder bastle mit den Kids oder ich grabe den Garten um. In der PM Woche werde ich leider zum explosiven Monster und möchte alles und jeden in Stücke hacken. Gleichzeitig bin ich empathisch und melancholisch bis tieftraurig. Anybody?

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Mit dem Einsetzen der Blutung kommt es dann zum Release... Freiheit von meiner dunkelsten Seite, zurück ins Leben, zurück zur positiven Einstellung Menschen und dem Leben gegenüber.

Für eine sehr lange Zeit habe ich alles so hingenommen. Meinen Alltag eben nach diesem verrückten Zyklus geplant. Ich wusste, es gibt hormonausgleichende Medikamente. Doch ich bin ein sehr vorsichtige Pillenschluckerin.

Dann nahm ich mal wieder meine alten Apothekenunterlagen heraus und schaute mir Lösungen aus der Phytotherapie an. Besonders Mönchspfeffer schien gute medizinisch messbare Unterschiede zu bewirken. Die Früchte des Mönchspfeffers senken den Prolaktinspiegel. Das bedeutet schmerzhafte, unregelmäßige oder übermäßige Regelblutungen werden wieder in Balance gebracht. Auch das fiese PMS verringerte sich laut einer Doppelblindstudie von 2013 bei 50% der Testerinnen.

So habe ich nun seit einigen Monaten selbst zum Versuchskarnickel gemacht und muss sagen: 
das Mönchspfeffer-Zeug hat für mich Wunder bewirkt.

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Das erste mal seit 7 Jahren mutiere ich nicht zum depressiven Aggro sondern bleibe in der PMS Woche ruhig und gelassen. Ich bin deutlich weniger gereizt und die Stimmung bleibt ungetrübt und fröhlich, ich bin voller Tatendrang und motiviert. Meine Brust spannt leider mehr als zuvor, aber lieber so als mit finsterem Gemüt zu leben. Lustigerweise steht in der Packungsbeilage: hilft bei Brustspannungen, usw. Deshalb noch einmal: Dies ist mein persönlicher Erfahrungsbericht. Alle weiteren Nebenwirkungen und Einschränkungen werden ebenfalls in der Packungsbeilage beschrieben.

Weitere pflanzliche Alternativen - Rhapontikrhabarber, Rotklee, Sojaisoflavone, Traubensilberkerzen wirken ähnlich - nämlich hormonausgleichend. Der Frauenarzt berät ausführlich zu dem geeigneten Pflanzenpräparat. Traubensilberkerze ist allerdings wegen leberschädigender Wirkung nicht ganz unbedenklich.

Ich schreibe diesen Blogpost, da zu einem erfüllten Leben in dieser Gesellschaft das Funktionieren zu jeder Zeit im Zyklus gehört. Idealerweise könnten sich alle Ladys leisten, sich 1-2 Wochen pro Monat zurückzuziehen, um in Abgeschiedenheit von Schokolade und Netflix zu leben.
Dem ist aber nicht so.

Deshalb hier noch einmal zusammenfassend, wie ich dauerhaft meinen Lifestyle wieder in Balance gebracht habe. 

1. Täglich 1-2h in die Natur gehen oder zumindest etwas Grünes anfassen, Tees ernten, trocknen, riechen. 

2. Täglich Mönchspfeffer. Zuvor bitte unbedingt zum Frauenarzt gehen. Jede Dame funktioniert anders. Dein Arzt kann anhand eines Zyklustagebuchs am besten sagen, welche Phytotherapie für dich die richtige ist. So ein Zyklustagebuch kannst du selbst führen und zum nächsten Arztbesuch mitbringen. Idealerweise notierst du 3 Monate lang: 

  • Deinen Zyklus, besondere Stress- / Ruhephasen, Ernährungsgewohnheiten, sportliche oder sonstige Aktivitäten. 

  • Und deine “Symptome”. An welchen Tagen treten bei dir Aggressionen, Freude, Tatendrang, Traurigkeit oder Wut auf? Wassereinlagerungen? Gewichtszunahme? Fressattacken, usw.?

3. Keinen Alkohol trinken. Nix gegen ein Glas Wein zum Wochenende,  aber der tägliche Alkoholkonsum ist besonders für den weiblichen Hormonhaushalt sehr ungünstig. Außerdem verhindert Alkohol die Tiefschlafphasen, die dein Körper so dringend braucht. 

4. Kaffee reduzieren. Do your research, babe! Ich trinke maximal 1-2 Lattes pro Woche.

5. Schlafen sollten wir 7,5 - 8h.

6. Sportliche Aktivitäten 3 mal pro Woche für ca. 1h.

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So. Habe ich alle Dinge aus dieser Liste über Nacht verändert? Nein. Gott sei Dank war ich noch nie Kaffee- oder Alkoholfreundin. Bei mir war es eher der Schlafmangel und der Sport und der Stress. Rausgehen in die Natur schien mir oft ebenfalls absurd, war es unter meiner Decke doch so schön kuschelig oder es gab tausend Dinge zu erledigen. Doch irgendwann bin ich regelmäßig in den botanischen Garten gegangen und habe im Tropenhaus erst wieder einen klaren Kopf bekommen. Biophilia eben. Dazu habe ich vor einiger Zeit einen Blogpost verfasst.

Die allmähliche Lifestyleanpassung hat schon viel Ausgleich gebracht.  Aggressionen, Traurigkeit und impulsartige dumme Handlungen sind allerdings erst mit dem Mönchspfeffer verschwunden.

Hat hier jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Oder erfolgreich andere pflanzliche Medikamente gegen PMS verwendet?

Zum Vertiefen:

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-282015/gefuehle-ausser-kontrolle/
https://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/moenchspfeffer/ https://www.saragottfriedmd.com/understanding-female-hormone-cycles/

Naturheilkunde, Kräuterheilkunde, Naturmedizin, Selbstversorgung, Apothekenkunst

Drei Rezepturen - wirksames Deo selber herstellen!

Das Netz ist mittlerweile voll von Artikeln über die „Schlechtigkeit“ von Aluminiumdeos. Deshalb soll dieses Thema hier nicht weiter erläutert werden. Ob was dran ist, kann diskutiert werden. Mich beschäftigt eher das Thema Verpackungsfreiheit.

Es gibt plastikfreie, tolle Alternativen zu erwerben oder selbst zu mischen. Im Prinzip sollte man vorab Folgendes wissen:

Kokosöl enthält Laurinsäure, die die Bakterien, die für unangenehmen Schweißgeruch sorgen, zersetzen. Allerdings fettet es etwas.

Natriumhydrogencarbonat (Natron) - kennt man vielleicht als "Kühlschrank-Deo*" - neutralisiert Gerüche einwandfrei! Aber es ist alkalisch und sollte sparsam dosiert werden.  Wer empfindlich ist, bekommt sonst gereizte Haut. Schon nach der zweiten Anwendung kann es zu Hautausschlägen, brennenden oder juckenden Ekzemen kommen.

Besser ist es, Natron etwas zu reduzieren und Zinkoxid und Stärke mit in die individuelle Rezeptur einzuarbeiten. Zinkoxid gibt es bei mir im Shop, nano-frei, versteht sich. Zinkoxid wirkt antibakteriell, leicht zusammenziehend und es bindet Feuchtigkeit. Die Stärke absorbiert Fett und Feuchtigkeit, so dass es sich nach dem Auftragen nicht wie frisch gekleister anfühlt.

Salbeiöl wirkt stark adstringierend. Statt eines lustigen Blumenduftes, sollte man sich mit Salbeiöl anfreunden und von der zusammenziehenden Wirkung profitieren.

Das die Deos auf sauberen Achseln aufgetragen werden, versteht sich von selbst. Haltbarkeit 12 Monate. Im Sommer im Kühlschrank lagern.

Im folgenden zwei Rezepturen und zum Schluss eine Anekdote aus meiner Apothekenzeit.

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Rezeptur 1 / festes Deo

1.5 TL Kokosöl

1.5 TL Bienenwachs / Sojawachs

1 TL Sheabutter

1.5 TL Natriumbicarbonat

10 Tr. Ätherische Öle

*Natron bindet Schweißgerüche, trocknet aber ggf. etwas aus.
Bei
empfindlicher Haut kann es durch Stärke und 5% Zinkoxid ausgetauscht werden. Ätherisches Kamillenöl wirkt desodorierend, Salbeiöl schweißhemmend.

  • Kokosöl, Wachs und Sheabutter im Wasserbad langsam und nicht zu heiß schmelzen.

  • Die Schmelze zunächst rühren, bis sie etwas abkühlt. Dann bei Bedarf etwas Pflanzen- pulver und einige Tropfen ätherisches Öl einrühren.

  • Sobald die Creme auf < 25°C abgekühlt ist, das Natron einrühren**.

  • In Form abfüllen, erkalten lassen, stürzen, fertig. Das Deo kann ein einer Schale gelagert werden. Im Sommer am besten ab in den Kühlschrank.

  • Haltbarkeit: 18 Monate.

 Rezeptur 2 / Deocreme

4TL Kokosöl

1 TL Mandelöl

4 TL Sheabutter

4 TL Natron (bei empfindlicher Haut nur 2TL Natron)

1 Msp. Zinkoxid

10 Tr. ätherisches Öl

  • Zinkoxid und Natron und ggf. etwas Stärke vermengen.

  • Das Mandelöl portionsweise in die Zinkoxid/ Natron  Pulvermischung einarbeiten. Eine Paste entsteht. Kokosöl und Sheabutter langsam im Wasserbad schmelzen. 

  • Auf Zimmertemperatur abkühlen* lassen. Nun die Mandelölpaste in die abgekühlten, geschmolzenen Fette einarbeiten.

  • Bei Bedarf zum Schluss das ätherisches Öl und die Blüten oder  Kräuter einarbeiten. In Gefäß füllen und beschriften. 

  • Haltbarkeit: 12 Monate 

 
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Rezeptur 3 / Salbeitee!

Eine Anekdote:  Natürlichste Hemmung übermäßiger Schweißproduktion.Während meines Studiums arbeitete ich regelmäßig in einer Apotheke. Mir fiel irgendwann eine ältere Dame auf, die immer schweißgebadet und übelst gelaunt den Laden betrat. Ein Deo nach dem anderen bestellte sie. Irgendwann lagen dann Rezepte für verschreibungspflichtige Antitranspirantien an meinem Labortisch. Der Aluminiumgehalt war 5 mal so hoch wie in den Drogerie-Deos. Nach einer Weile verdoppelte der Arzt die Dosierung sogar.

Irgendwann sprach ich die Dame vorsichtig an. Verzweifelt und frustriert begann sie zu erzählen. Sie sei vor einer Weile in die Wechseljahre gekommen. Seither könne sie kaum aufstehen und zwei Schritte laufen, ohne dass der Schweiß unter den Achseln nur so triefe. Sie wechsle an die zehn Blusen pro Tag.

Ich erkundigte mich, ob die verschriebenen Deos denn etwas nutzten. "Nicht wirklich."
Vorsichtig fragte ich, ob ich ihr einen Tipp aus der Natur geben dürfe. "Klar, ich glaube allerdings nicht, dass mir noch irgendwas helfen kann."

Die Frau war geplagt. Verständlicherweise schämte sie sich schrecklich und vermied jeglichen sozialen Kontakt.

"So wie es aussieht haben Sie doch nichts zu verlieren." Ich erzählte ihr von der adstringierenden Wirkung von Folia Salviae / Salbeitee. Adstringentien wirken zusammenziehend und dadurch schweißhemmend. Ich empfahl ihr täglich drei Tassen starken Tee aufzubrühen und zu trinken. "Wenn Sie meinen… von mir aus, bringt eh nicht, aber probier ich das halt mal." Nicht wirklich hoffnungsvoll kaufte die Dame den Tee und verließ den Laden mit hängenden Schultern.

Zwei Tage später kam das Wunder! Die sonst sehr mürrische Frau stürmte euphorisch in die Apotheke! "Sie sind ein Schatz! Ich habe Ihren Tipp ausprobiert und diesen Tee getrunken. Er wirkt! Ich bin fassungslos. Endlich kann ich mich wieder bewegen, ohne dass ich einen Schweißausbruch bekomme!" Strahlend kaufte gleich noch zwei Packungen und ging ihres Weges. 

Ich sah sie immer wieder. Auch erklärte ich ihr, dass sie sich beim Arzt informieren solle, wie lange sie Salbeitee denn trinken darf. Aber das war ihr egal. "Das ist das EINZIGE, was mir geholfen hat - dabei bleibe ich jetzt auch." Ich behaupte nicht, die Weisheit mit dem Löffel gegessen zu haben, doch meine Devise lautet: öfter mal in der Naturmedizin stöbern. Da lassen sich einige Wundermittel finden.

Ich selbst liebe den Geschmack von Salbeitee nicht sonderlich. Deshalb entwickle ich gerade eine wohlschmeckende Teemischung. Wer sich dafür interessiert, darf sich gerne den Newsletter bestellen. Sobald die Rezepturen oder Produkte online sind, gibt es Nachrichten!

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* Übler Lebensmittelmixgestank im Kühlschrank? Einfach loses Natronpulver in einem kleinen Gefäß in den Kühlschrank stellen. Wirkt Wunder. Hält ewig. Meine Portion (1 EL) befindet sich schon ein Jahr im Kühli.

**Natron zersetzt sich bei höheren Temperaturen. Deshalb bei der Einarbeitung der Schmelze unbedingt die Temperatur (max. 25 Grad Celsius) überprüfen, sonst blubbert das Deo und sprengt nach ein paar Stunden dein Gefäß.

Apothekenkunst, Naturheilkunde, Naturkosmetik, Selbstversorgung

Blumen für Naturkosmetik & Essbare Blüten anpflanzen

essbare blüten sähen #gartenliebe

Wie wundervoll ist Selbstversorgung aus eigener Ernte? Salate mit frischen Kräutern, gegrilltes Gartengemüse und vergessen wir nicht die leckeren Obstkuchen, Holunderblütensäfte und Marmeladen.

Ich bin in einer Stadtwohnung ohne Balkon aufgewachsen. Obst, Tees, Gemüse und Blumen kannte ich nur aus dem Supermarkt. So war ich überwältigt von dem wundervollen Gefühl, dass mir später die eigene Ernte und Weiterverarbeitung von Pflanzen bereitete. Doch nicht nur kulinarisch oder zu Dekorationszwecken waren Blüten eine neue Leidenschaft, die uns die Stadtfarm schenkte.

Sehr bald holte ich meine ich meine alten Arzneibücher hervor. Wirksame, geprüfte Blüten, die Haut und Körper guttun. Die Klassiker Ringelblume, Rose und Lavendel landeten bald in meiner Naturkosmetik und in Tees und Ölauszügen.  

Da der Frühling vor der Tür steht und die Aussaat beginnen kann, hier eine Liste von Blüten, die sich super in und zu Naturkosmetik verarbeiten lassen. Viele darunter lassen sich sogar verzehren.

JETZT ANPFLANZEN:
Liste von Blumen, die sich für die Naturkosmetik eignen

essbare blüten anpflanzen selbstversorgung #gartenliebe

Eigene Anzucht
Borretschblüten (in Feldern auch wild vorzufinden, achtung Dünger!)
Braunelle
Ehrenpreis
Eibisch
Flieder
Lavendel
Echter Lein
Hibiskus
Johanniskraut (findest du auch wild an Feldrändern)
Kamelien
Kamillenblüten
Kapuzinerkresse
Kornblume
Lavendel
Löwenmäulchen
Majoran /echter Dost
Malvenblüten
Nachtkerze
Pfingstrosen
Phlox
Ringelblumen
Rosen
Rotklee
Schwertlilie
Schlüsselblumen
Sonnenhut
Stiefmütterchen
Strohblumen
Stockrose
Thymianblüten
Viola (Siefmütterchensorten)

Wilde Ernte
Baldrian (lohnt sich auch im Garten, der Blütenduft ist betörend!)
Gänseblümchen  
Goldrute
Gundermannblüten
Johanniskraut
Lindenblüten
Löwenzahn
Mädesüß
Raps
Rettichblüten
Schafgarbe 
Senf
Taubnesselblüten
Wegwarte
Weidenröschen
Weissdornblüten
Wiesenschaumkraut
Wildobstblüten*
Wildrosen

*wie bei allen Blüten aus wilder Ernte bitte beachten: aus der Blüte wächst die Frucht. Viele Vögel, Insekten und Eichhörnchen und andere wilden Nager leben vom Wildobst. Bitte nicht alles von einem einzelnen Baum “abgrasen”.

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Zubereitung:

Idealerweise pflückst du die Blumen so früh wie möglich an einem sonnigen Morgen. Wenn es dir um das Aroma des Blütenstaubs geht, sollte es zwei Tage lang nicht geregnet haben. Auch solltest du die Blüten nicht unbedingt abwaschen. Auf den Blütenblättern befinden sich wirksame Harze und der aromatische Blütenstaub. Vor dem Trocknen kannst du die Pflanzen sanft schütteln oder abklopfen. Kleine Viecher verziehen sich dann meist von selbst. Die Blütenblätter vom Kelch zupfen und locker auf einem Netz (-beutel) oder Tuch ausbreiten.
Weitere Tipps zum Trocknen von Pflanzen findest du im Artikel zur Teeherstellung.

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Weiterverarbeitung:

  • Puder, Tees, Ölauszüge, Blütenbad, Peeling, Handbutter, Trockenshampoo…
    So einiges an Rezepturen habe ich ja schon verbloggt. Viele weitere Rezepturen mit Blüten und Kräutern von deiner eigenen kleinen “Stadtfarm” findest du auch in dem Büchlein, an dem ich schreibe: COMING SOON!
    Du musst jetzt sowieso alles erst mal anpflanzen. Bis die Blüten soweit sind, ist es auch mein Büchlein! Wer dazu Infos möchte, darf sich gerne schon einmal den Newsletter bestellen.

  • Kochen: viele Infos zu essbaren Pflanzen mit tollen Rezepten gibt es übrigens im Buch von kleinen Horrorgarten, einem meiner Lieblings-Insta-Gartenprofilen: “Blütengenuss für Tafel & Teller

  • Du kannst dich nicht entscheiden, was du mit den Blüten anfangen möchtest? Trockne sie erst einmal gebündelt kopfüber und brich dir bei Bedarf etwas für eine Teemischung oder deine Naturkosmetik ab.

 

Apothekenkunst, DIY, Kräuterheilkunde, Naturheilkunde, Naturmedizin, Selbstversorgung

Tee und Heilkräuter Workshop

Auch in diesem Herbst wurden viele Kräuter unserer Stadtfarm in winterliche Tees verwandelt. Hier ein paar Bilder vom letzten Workshop. Viele Blüten gehen langsam zu Ende und es ärgert mich, dass ich nicht regelmäßig und mehr geerntet habe. Aber so blieben die Teilnehmer kreativ und mischten z.b. getrocknete Cranberries statt Lavendel in den Abendtee. 

Es duftete köstlich, die Teefrüchte (Fenchel, Anis, Kümmel usw.) werden vor der Einarbeitung in den Tee mit dem Granitmörser angestoßen. So gelangen die wohltuenden, ätherischen Öle besser in den Tee. 

Noch mal die kleine Info: Fenchel, Anis enthalten Estragol. Das gilt als krebserregend, daher sollte man Anis und auch Fencheltees nie über einen längeren Zeitraum zu sich nehmen. Vor allem in Kindertees sieht man mittlerweile von Fenchel ab.

Bisschen gruselig, wenn man bedenkt, dass ich mein halbes Leben lang Fencheltee geschlürft habe. Nun ja. Ich lebe noch, wollte es aber bemerkt haben. 

Bitte denk dran: Kräuterwissen kann unterstützend eingesetzt werden und erspart nicht den Weg zum Arzt. Gott sei Dank sind die Ärzte in Deutschland und Europa der Phytotherapie sehr verbunden - das ist in den USA z.B. leider noch ganz anders. 

Mehr zum Thema gibt es übrigens in dieser äußerst interessanten Dokumentation (leider nur über einen begrenzten Zeitraum verfügbar). Ich werde i . neuen Jahr aber einiges mehr zum Thema Pflanzenwirkstoffe teilen über den #stadtfarmblog . 

DIY, Apothekenkunst, Lifestyle, Naturheilkunde, Naturkosmetik

Winterblüten - 5 Ideen für etwas mehr Gartenfarbe in der grauen Jahreszeit

Der wunderbare Gartenblog fraumeise.de hat diesen Advent einen schönen Gartenblogger-Adventskalender ins Leben gerufen. “Grüner Advent heißt die Aktion und ist über Instagram oder Frau Meises Webseite zu finden.

An jedem Tag gibt es interssante Posts von bloggenden Gärtnern, schaut sie euch unbedingt einmal an für viel DIY, Rezepte, Naturkosmetik und Garteninspiration:

“enthält Werbung In diesem Monat warten gleich 24 wundervolle Überraschungen auf euch!
Unter dem Motto “Grüner Advent” haben 18 fabelhafte Garten-, Food-, und DIY-Blogger zusammengefunden und einen ganz besonderen Adventskalender geschaffen! Es erwarten euch viele nachhaltige Ideen und Inspirationen aus dem Garten für eine schöne Adventzeit. Täglich öffnet sich ein Türchen zu tollen DIY’s, allerlei Selbstgemachten, leckeren weihnachtlichen Rezepten, super Geschenkideen und vielen tollen Gewinnen!
Mit jedem “Klick” auf das aktuelle Türchen, öffnet sich euch ein anderes Gartenreich! Macht mit und lasst euch überraschen! Wir freuen uns schon sehr auf euch!

Mit dabei sind diese tollen Blogs: 
Frau Meise – Beetkultur – Cuddling Carrots – Der kleine Horrorgarten – Ein Stück Arbeit – Farmmade –Gartenbaukunst – Gartenfräulein – Grüneliebe – Hauptstadtgarten – Kistengrün – Mrs. Greenhouse – My Cottage Garden – Osmers – Rienmakäfer – Stadtfarm – Wilde Gartenküche – Ye Olde Kitchen

 
 

Mittlerweile ist Winter. Kein Grund auf Blumen und Blütenmeere im Alltag zu verzichten. Auf meiner kleinen Stadtfarm habe ich vergangenen Sommer mehrere Bienenbeete und Schmetterlingsweiden angelegt und konnte bis Anfang Dezember eine unerschöpfliche Menge an Ringelblumen, Kornblumen, Eibisch, Hibiskusblüten, Phlox und Rosen ernten. Dazu natürlich noch blühende Kräuter wie Schafgarbe und Kamille, Lavendel und so weiter.

In den zarten, farbigem Blütenblättern stecken vor allem wertvolle Flavonoide, so nennt man die Pflanzenfarbstoffe. Flavonoide schützen die zarten Blüten vor der enormen UV-Einstrahlung der Sonne. Auch für den Menschen sind sie wertvoll und schützend. Sie stärken zum Beispiel die Zellwände der Blutgefäße, fangen freie Radikale, schützen das Herz oder wirken harntreibend. Manche wirken wie Hormone und helfen bei Frauenleiden. Oder sie wirken gegen Fieber, blutdrucksenkend und schützen die Leber-Galle-Funktion.

Und so bewahre ich mir die Blütenflut für die kalte Jahreszeit :

Tees, Pflanzenpulver sind bekömmlich und gesund für die kalte Jahreszeit. Eine Blütentinktur zur Verdauungsförderung nach der Festtagsvöllerei!
Naturkosmetik (Trockenshampoo mit Blüten, Peeling, Maske) geht immer und Blütenzucker und Blütengewürze sorgen für kulinarischen Genuss, der jedem Festtagsbüffet die besondere Note verleiht.

Hier nun meine 5 blumigen Rezepte und Rezepturen.


Wenn du es nachmachen möchtest, aber nächsten Sommer schwer abwarten kannst, findest du viele getrockneten Blüten auch in der Apotheke oder in der Teeabteilung der Drogerie. 
Wenn du warten kannst, solltest du die Blüten immer wieder ernten, in einen Netzbeutel oder ein Körbchen locker ausgebreitet an einer schattigen, warmen Ecke für ca. 2 Wochen trocknen und dann in ein Gefäß packen. Alles darf auch luftdicht verschlossen werden - außer den Eibischblüten - die Schlingel lassen sich nämlich nie zu 100% trocknen und eh du noch mal ins Gefäß schaust, ist schon alles verschimmelt.

Blütentee herstellen
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Lady Blum

ein feiner Blütentee


1 T Rosen
1 T Kamille
1 T Schafgarbe
1 T Hibiscus
1 T Himbeerblätter
1 T Pfefferminz

Dieser Tee ist ein prima Erfrischungsgetränk und hilft zudem bei Frauenleiden... ihr wisst schon. Laut DAB (Deutsches Arzneibuch) wirken die Teedrogen folgendermaßen:

/rose: zusammenziehend, gut für gereizte Schleimhäute, z.B. bei Halsschmerzen
/kamille: antibakteriell, entzündungshemmend, krampflösend
/schafgarbe: entzündungshemmend, verdauungsfördernd, krampflösend
/hibiskus: Geschmacksdroge, lecker, säuerlich, erfrischend, vitaminreich
/himbeerblätter: entspannend, zusammenziehend
/pfefferminz: entkrampfend, verdauungsfördernd, löst Blähungen

 Wie wäre es im Frühjahr genau diese Pflanzen und Kräuter anzupflanzen? Nichts ist schöner, als eine eigene, individuelle Teemischung herzustellen.

 
Naturkosmetik mit Blüten

BLÜTENTRUNK

aka Verdauungstinktur

1 T Rosen
1 T Kamille
1 T Schafgarbe
1 T Kümmel
1 T Melisse
1 T Pfefferminz
1 T Süßholzwurzel

Bei Verdauungsbeschwerden hilft eine feine Tinktur aus Rosenblüten, Kamillenblüten, Schafgarbenblüten samt Kraut, Pfefferminblättern, Kümmelfrüchten, Melisse und Süßholzwurzel.
Jeweils ein Volumenteil (z.B. einen Esslössel) in ein dunkles Gefäß geben. Alles mit 40% Alkohol (Vodka aus dem Supermarkt funktioniert super) übergießen.
Täglich einmal schütteln und nach 4 Wochen abseihen und filtrieren. Man beschriftet die Blütentinktur und nimmt bei Verdauungsproblemen 20 Tropfen zu den Mahlzeiten.

 

 
blütenpulver selber machen

Pflanzenpulver zum Einnehmen 

Warum nicht die Power der Blütenfarbstoffe direkt verzehren? Ein Pflanzenpulver kann auf Müslis, in Joghurt oder sogar aufs Avocadobrot gestreut werden. Wie wäre es mit Energiebällchen mit Extra Vitamin C aus der Hagebutte und Rose? Nerds pulverisieren zusätzlich noch Brennsessel, mischen dieses mit den pulversisierten Blüten und füllen das El-Chapo-mäßig in fertige Kapseln ab.
So gehts: getrocknete Blüten und / oder Kräuter im Mörser verreiben, durch ein Sieb schütteln und in ein trocknenes Gefäß geben. Pro Mahlzeit, z.B. zum Frühstück eine Messerspitze Pflanzepulver auf das Müsli streuen.

 
Naturkosmetik für die Hände
 


Achtung! Hier ist es enorm wichtig, dass die Blüten anständig und völlig schimmelfrei getrocknet wurden. In Tees werden die Pflanzenteile mit sprudelndemWasser übergossen, das bedeutet, dass evtl. vorhandene Keime abgetötet werden. Aber da wir hier nichts abkochen, sollten die Blüten sauber getrocknet worden sein.

 

BLÜTEN AUF DAS HAUPT

ein Trockenshampoo mit Blüten

1 T Pfeilwurzstärke
1 T Lavendel, pulverisiert
1 T Rosenblüten, plv.

 

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Ihr wisst, dass ich auf Naturkosmetik stehe. Und im Winter mag ich seltener die Haare waschen. Bei strähnigem Ansatz benutze ich dazu gerne ein Blütentrockenshampoo. Dazu getrocknete Blüten im Mörser verreiben, durch ein Sieb schütteln und mit der Stärke zu einem gleichmäßigen Pulver verreiben. Wie man es anwendet steht hier. Im Shop habe ich ein paar fertige Päcken Trockenshampoo mit Blüten oder Kräutern unserer Farm im Angebot.

 


 
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BLÜTEN AUF DEN TISCH

weil das Auge immer mit isst

1 T diverse getrocknete Blüten
9 T Bio Rohrohrzucker

Blütenzucker! Auf Vanillekipferl, Obstsalat oder heiße Pflaumen, oder direkt in den Latte! Blüten so fein wie möglich pulverisieren, sieben und mit Biorohrohrzucker vermengen. Je feiner das Pulver desto mehr legen sich die Farbpigmente der Blüten um den Zucker und färben diesen quasi ein. Pikante Variante: Meersalz, etwas Chili und Blütenflocken vermengen. Sieht klasse aus auf Frischkäse und Co.!

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Naturkosmetik für Anfänger // Schmelzpunkte: feste Fette, Wachse und Öle

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Wer sich mit Naturkosmetik angefreundet hat und nun selbst einiges herstellen möchte, sollte sich eine kleine “Rezeptur” anlegen. Mit den untenstehenden Fetten kann man fast alles herstellen und wenn man auf Wasser verzichtet, halten deine Produkte sehr lange.

Übrigens: Wenn eine Mischung ranzig riecht, heißt das, dass Fett hat wahrscheinlich oben am Gefäßrand oxidiert. Es ist im Prinzip angetrocknet und müffelt etwas. (Vielleicht erinnerst du dich an den Geruch von Leinöl an alten Schultüren oder Sporthallen?)
Bevor du deine Salbe / Butter / Ölmischung in den Abfall kippst, nimm doch einfach mal ein Tüchlein und wische den Rand ab. Du wirst sehen, der üble Geruch ist verschwunden.

Auch die leidenschaftlichsten Salbenmischer vergessen ab und zu die unterschiedlichen Schmelzpunkte der Öle und Wachse.

Im folgenden eine Übersicht der Schmelzpunkte der üblichen Basisfette, die zwar an sich eine eigene Wirkung haben, aber sich ideal als Grundlage für Salben, Deos, Shampoos und Körperpflege eignen. Weitere Infos zu Ölen und deren Komedogenität findest du hier:

Candelillawachs
Schmelzpunkt: 68°C bis 72 °C
Komedogenität: 0
Verwendung: trockene Haut, rückfettend, feuchtigskeitsspendend,
Rezepturen: Rezepturen für Körper, Gesicht und Lippen.

Carnaubawachs
Schmelzpunkt:  82 °C
Komedogenität: 0-1
Verwendung:
Rezepturen: in div. Rezepturen als Konsistenzgeber. Achtung, wird sehr schnell wieder hart. Am besten gemeinsam mit anderem, stabilen Öl in Gefäß einwiegen und schmelzen.

Sojawachs
Schmelzpunkt: 50°C bis 52°C
Komedogenität: 4
Verwendung: schnell einziehend, für alle Hauttypen geeignet. Achtung, wg. der hohen Komedogenität bei Haut, die zu Unreinheiten neigt.
Rezepturen: Rezepturen für Körper
und Hände

Natriumstearinsäure
Schmelzpunkt: 65°C bis 69°C
Komedogenität: 3
Verwendung: Konsistenzgeber
Rezepturen: Rezepturen für Körper und Hände

 

Kokosöl
Schmelzpunkt: 23 bis 26 °C
Komedogenität: 3
Verwendung: reife Haut, Deodorantrezepturen, Haarspitzen
Rezepturen: Deos, Haarspitzen, Körper

Sheabutter 
Schmelzpunkt: 28°C bis 32°C
Komedogenität: 0
Verwendung: trockene Haut,
rückfettend, feuchtigskeitsspendend,
Rezepturen: Rezepturen für Körper,
Gesicht und Lippen.

Kakaobutter
Schmelzpunkt: 30°C bis 38°C
Komedogenität: 4
Verwendung: für trockene Haut,
Schwangerschaftsstreifen
(vorbeugend und behandelnd),
sehr reichhaltig und fettig,
feuchtigskeitsspendend.
Rezepturen: Körper und Hände,
z.B. in Handbutter, in
Schwangerschaftslotionen

Bienenwachs
Schmelzpunkt: ca. 62°C
Komedogenität: 1-2
Verwendung: als Salbengrundlage,
entzündungshemmend.
Rezepturen: Rezepturen für Körper,
Gesicht und Lippen.
Als Konsistenzgeber.

Zu beachten:
Nachdem die Öle geschmolzen sind, immer erst etwas abkühlen lassen bevor feste Stoffe oder ätherische Öle hinzugefügt werden. Viele Substanzen verändern sich chemikalisch oder verlieren ihre Wirkung oder den Duft.

Ganz streng muss man die Temperatur vor dem Einarbeiten von Natron im Blick haben. Ist die Mischung heißer als 25 Grad Celsium, fängt das Deo innerhalb der nächsten 48 Std. an zu blubbern! Eine Rezeptur für Deos aus dem Naturkosmetikkurs findest hier.